als gewöhnlich in die Kinderſtube, denn ihr Kind war die vorige Nacht nicht ganz wohl geweſen, und ſie hatte bereits die Sorge wie die Freude einer Mutter erfahren. Ihr Kind befand ſich wohler, und als es lächelnd und glücklich in ih⸗ rem Schoße lag und den luſtigen Sprüngen ſeines Bruders zuſah, empfand ſie nur Vergnügen. Seine Amme hatte die Stühle in eine lange Reihe geſtellt, damit Percy mit ihrer Hilfe das ganze große Zimmer entlang gehen könnte. Dies gefiel dem Kleinen außerordentlich, da er bereits das ehr⸗ würdige Alter von 15 Monaten erreicht hatte und größeren Gefallen daran fand, auf den Füßen zu ſtehen, als auf der Diele umherzukriechen oder von anderen Füßen als ſeinen eigenen getragen zu werden. Alle zwei oder drei Schritte ſtand er faſt allein und lachte vor Vergnügen, was von ſei⸗ nem kleinen Bruder immer durch ein Krähen der Freude be— antwortet wurde.
„Nimm Dich in Acht, Perecy, falle nicht und erſchrecke mich nicht!“ ſagte ſeine junge Mutter, die ihn mit ſolchem Vergnügen betrachtete, daß ſie nach ſeinem Vater ſchickte, um es denſelben theilen zu laſſen. Da ſtellte ſich ihr Sohn, um zu beweiſen, daß er ihrem Befehl, ſich in Acht zu neh⸗ men, gehorche, zum zweiten Male ohne alle Stütze mitten in das Zimmer und lief dann ganz allein und noch lauter la⸗ chend zu ſeiner Mutter, um ſein roſiges Geſicht in ihrem Schoße zu verbergen. Mrs. Hamilton küßte den kleinen Liebling zärtlich, und in dieſem Augenblick trat ihr Gatte in das Zimmer.„Lieber Arthur,“ redete ſie ihn an,„ich war ſo kindiſch nach Dir zu ſchicken, Herbert ſcheint ganz wohl zu ſein, und Percy hat dieſen Augenblick“— ſie ver⸗ ſtummte vor Schrecken, denn in dem Geſicht ihres Gatten lag ein Ausdruck von ſo ungewöhnlicher Aufregung, daß ſie, wiewohl er zu lächeln verſuchte, als er ihre Worte hörte, ihre Unruhe nicht unterdrücken konnte. Sie ſuchte dieſelbe indeſſen zu verbergen und ſagte daher im ſchmeichelnden Tone zu ihrem Kleinen:„Will Percy nicht zum Vater laufen und ihn fragen, warum er ſo traurig ausſieht?“ Das Kind blickte ihr in's Geſicht und ließ dann, als ihm ſein Vater


