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Erziehungs-Resultate : eine Erzählung für Mütter und Töchter / nach dem Englischen von Grace Aguilar
Entstehung
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Mit Emmeline, obgleich es natürlich manche Fehler zu beſſern und eine gewiſſe Schwäche und Trägheit zu über⸗ winden gab, und wiewohl ſie von Natur keine großen An⸗ lagen zu beſitzen ſchien, war ihre Aufgabe verhältnißmäßig leicht, denn ihre Schülerin hatte nicht nur die Fähigkeit zu lieben, ſondern auch die zu gehorchen, in hohem Grade, und als ſie Mrs. Harcourt einmal liebte und verehrte, blieb nicht ein Befehl unausgeführt und nicht ein Wunſch unerfüllt. Bei Eleanor hingegen, wiewohl ſie ſehr begabt war, ſo daß ihr Unterricht eine Arbeit der Liebe hätte ſein können, war die Aufgabe der Erziehung durch Eigenſinn, heftige Leiden⸗ ſchaften und den ganz entſchiedenen Mangel an Ehrfurcht, ſelbſt an gewöhnlicher Achtung und durch den entſchiede⸗ nen Widerſtand gegen die Wünſche der Mrs. Harcourt, in der ſie von früheſter Jugend an eine bloſe Gouvernante ſah, welche tief unter ihrem Stande ſtehe, zu einem der ſchwerſten und peinlichſten Geſchäfte, die ſich denken laſ⸗ ſen, wozu noch die unverſtändige Parteilichkeit des Lord Delmont kam. Die vorzüglichſte Urſache war die Ein⸗ bildung, daß Mrs. Harcourt ungerecht und daß Emmeline ihr Liebling ſei. Lord Delmont war einer von den unglück⸗ lichen, ſchwachen, unentſchloſſenen Charakteren, welche nur die Oberfläche der Dinge betrachten und deshalb ganz un⸗ fähig ſind, mit Entſchiedenheit oder Urtheil zu handeln. Wenn er ſich in die Gemächer ſeiner Töchter verirrte, fand er gewöhnlich Eleanor in Thränen und Emmeline ihren täg⸗ lichen Verrichtungen nachgehend. Daß Mrs. Harcourt oft ſeinen Einfluß ihrer jüngeren Schülerin gegenüber in An⸗ ſpruch nahm, um auf Aenderung ihres Benehmens hinzu⸗ wirken, daran dachte er niemals länger, als ihre Vorſtellun⸗ gen dauerten. Ein oder zweimal fing er allerdings an, ernſthaft zu ſprechen; aber Eleanor umarmte ihn dann, küßte ihn, gab ihm alle möglichen zärtlichen Namen und bat ihn, nicht ſo ernſt und grillenhaft auszuſehen wie Mrs. Harcourt, ſonſt würde ſie wirklich denken, daß Niemand ſie liebe, und ihre ſchönen Augen ſchwammen in Thränen und ihre Stimme zitterte ſo, daß ihr geſchmeichelter Vater alle ſeine Vorſtel⸗