Beurtheile nie den Menſchen bloß nach ſeiner
Phyſiognomie, denn ſie trügt oft; aber beobachte
ſein Thun und Laſſen, und darnach modle deine Meinung von ihm.
Wenn es das Wohl des Staates gilt, ſo weihe dich ihm mit ganzer Seele, wenn auch deine Angele⸗ genheiten dabey leiden ſollten.
Meide das Böſe und thue Gutes, ſo wirſt du Ruhe und Freude dir im Herzen ſammeln.
Geduld richtet oft mehr aus, als Gewalt; dar⸗ um merket euch, daß viele Dinge, die auf einmal nicht geſchehen können, ſich nach und nach thun laſ⸗ ſen, denn erhaltende Standhaftigkeit iſt unüberwind⸗
z darch ſie beſiegt, vertilgt die Zeit alle Ge⸗ walt.
Sertorius, jener berühmte römiſche Krieger⸗ ſagt:»Die Zeit iſt allen Jenen eine gute Gehülfinn, welche mit Klugheit die Angelegenheiten, die ſie ſelbſt veranlaßt, abwarten, gegen diejenigen aber, die zur Unzeit mit Ungeſtümm handeln, iſt ſie eine große Feindinn.
Die Größe eines Königs oder Herrſchers ſollte
immer nach ſeiner Gerechtigkeitsliebe bemeſſen werden.
Ein edeldenkender Mann muß mit Ehren ſiegen und durch ſchändliche Mittel ſelbſt ſein Leben nicht zu erhalten ſuchen; denn es iſt ſüßer für ſein Vaterland ſich aufzuopfern, als ihm ungetreu zu werden.
Ein Biſſen Brod, ein redliches Herz, Iſt mehr werth als Torten und goldenes Erz.—


