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vald der Reichthum und das PVermögen, bald Schön⸗ heit, bald ein anderer Vorzug, den wir an unſeren ₰ Nächſten beneiden: ohne zu bedenken, daß das Be⸗
neiden nichts hilft, und nur böſes Blut und üble
Laune macht. Da heißt es oft:»Schau, ſchau, die
Frau Schneidermeiſterinn, was die für ein geputz⸗
tes Kleid hat; wie die dazu gekommen ſeyn mag?—
Hm, hm, es iſt leicht zu errathen— die Scheere des
Herrn Schneidermeiſters hat vermuthlich auch für
die Frau Meiſterinn geſorgt. Gott bewahre, daß
ich auf ſolche Art zu einem Kleid zu gelangen wünſch⸗
te, lieber breche ich meinen Dienſtleuten von ihrem
Monatgelde etwas ab, oder ich verkaufe meine Waa⸗
ren etwas theurer. Eine Andere beneidet ſie ſo ſehr,
3 daß ſie ſich endlich entſchließt, Alles daran zu wagen⸗
— um ſie zu übertreffen, und ſo iſt nicht ſelten Neid und Eitelkeit der Ruin mancher Familie geweſen.
Grundſätze und Meinungen.
Verzeihe deinen Nebenmenſchen ihre Fehler weit eher, als dir die deinigen.
Werde durch die Fehler deiner Nebenmenſchen, klüger und weiſer; denn beſſer iſt es durch die Erfah⸗ rungen Anderer, als durch die eigenen, wenn ſie unangenehm ſind, klug zu werden.
1 Liebe deinen Nächſten, wie dich ſelbſt; denn vielleicht ſteht dir eine Zeit bevor, wo du wünſchen möchteſt, alle Menſchen dächten ſo⸗
. Rede immer die Wahrheit, um nie in die fatale Lage eines Lügners gerathen zu müſſen.


