Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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brunnen, an dem ein Reiſender trinkt, meiſterlich

darſtellte. Man fragte den Römer, wie ihm dieß Mahlerwerk gefalle, und ſetzte hinzu, ob es nicht wahr ſey, daß dem Trinkenden nichts, als die Spra⸗ f che fehle? Es iſt wahr, erwiederte der Römer, es

mangelt ihm wirklich nichts, als die Sprache; allein

trinken und reden, kaun man nicht zugleich. War⸗

tet bis er ausgetrunken hat, und der Fehler wir? ſich zeigen.

Der Strom als Gleichniß des Adels.

Lätßt ſich der Adel nicht mit einem Strom vergleichen?

Es mehren beyde ſich duoch einen langen Lauf.

Der Adel muß dem Reich die tapfern Haͤnde reichen,

Und nimmt der Länder Laſt mit ſtarken Schultern auf.

Et iſt's, von dem ein Land, Schutz, Gut und Ehr genießt;

Doch macht die Schelmerey, daß er in Nichts zer⸗ fließt.

Der reumuthige Lügner.

Ein Herr reiſete mit ſeinem Diener über Land. Als jetzt plötzlich ein Fuchs über den Weg läuft, ſagte der Herr: Das war ein großer Fuͤchs! O Herr, erwiederte der Diener, welcher Profeſſion vom Lügen machte, ich habe einen größeren geſehen, der war ſo groß wie ein Ochs. Das iſt ſtark, dachte ſich der Herr, und ſchwieg. Des anderen Tages» frühe betete der Herr laut auf dem Pferde in fol⸗ genden Worten: Bewahre mich o Herr, vor Lügen! 3 Dieß befremdete den Diener ſo ſehr, daß er ſeinen Herrn fragte, warum er ſo betete. Wir müſſen heute, erwiederte dieſer ſeufzend über einen Fluß reiten, worinn alle Lügner erſaufen. Als nun un⸗