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* einen herzlichen Kuß zuwarf. Dieſer Weinfreund lies ſich oft verlauten, daß man ſtatt der Blumen lauter Weinlaub auf ſeinen Sarg ſtreuen ſollte. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß er den Weinſtock nur des Weines wegen liebte, wovon er ein Geſicht bekam, wie der Feſttag im Bauernkalender. Eines Tages hatte er ſich in einer Schenke ſo bezecht, daß ihn die Füße nicht mehr tragen konnten, und er ſich in den näch⸗ ſten Hühnerſtall, wo ſich auch Gänfe befanden, nie⸗ derlegte, und die ganze Nacht ſchnarchte, ohne den frühen Hahnenruf zu hören. Als ſpäter(die Sonne hatte ſchon eine ziemliche Bahn zurück gelegt) der Rauch verdampfte, klagte er ſehr über den Schmerz ſeines Rückens, und ſeiner Lenden, und glaubte, er wäre wacker durchgeprügelt worden. Dieß gab Anlaß zu einer Spötterey; ſeine Zechbrüder ſagten nähmlich zu ihm, daß er ſich nicht zu beklagen hätte, nachdem er auf weichen Pflaumen gelegen wäre. Freylich, bin ich, erwiederte der Säufer, auf Fe⸗ dern gelegen, aber der Teufel hole das Leintuch, das
dazwiſchen lag.
Folgen des Aberglauben*s.
Zu Baſel ward ein Kupferſchmidt gehenkt. Nun geſchah es, daß ein Reiſender, den die eintretende Nacht übereilte, ſich unter einen Baum, der an dem Galgen ſtand, legte. Des andern Tages gingen früh morgens mehrere Landleute vorüber, um die Meſſe zu beſuchen Einer von ihnen rief im Scherze dem Gehenften zu: Auf! auf! wenn du auf den Jahrmarkt gehen willſt!— Der Menſch, welcher unter dem Baume lag, glaubte, man rufe ihm zu, und antwortete: Geduld! ich werde bald kommen. Da die Morgendämmerung nur den Gehenkten, nicht aber den Lebenden, der unter dem Baume lag, ſehen


