Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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S

Ameiſe zufrieden lebte, und keine Noth litt. Bet⸗ telnd kroch die Heuſchrecke herum, und klopfte auch bey der Ameiſe an. Wie, fagte dieſe, haſt du den Sommer zugebracht? PVon mir erhält der Müſſig⸗ gang nichts. Der Fleißige wird nie Noth leiden. Packe dich und werde klüger.

Dergetaͤnſchte Wolf. Eine Fabel.

Ein Wolf konnte auf einer dürren Haide keine

Mahrung finden, näherte ſich daher den hin und' her zerſtreuten ländlichen Hütten. In einer derſelben hörte er ein Kind weinen, und ſchlich ſich hinein, weil er von einem alten Weibe folgende Worte ver⸗ nahm: Schweig, Fränzchen, oder du wirſt von dem Wolfe gefreſſen. Herrlich, dachte ſich der Wolf, da wirds beſſer, als auf der Haide gehen, wo die Hir⸗ 1 ten zu wachſam ſind, und die groben Schäferhunde 4 welche die Vorrathskammern bewachen, mich nichts wegſtippitzen laſſen. Der Wolf harrte verſteckt bis auf den Abend in der Hütte mit der größten Geduld; konnte aber nichts erharren. Die alte Wärterin hatte das Kind aus der Wiege genommen, und dieſem, 4. mit folgenden Worten geſchmeichelt: Jetzt haſt du

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von dem böſen Wolfe nichts mehr zu befürchten, weil 2 du ſo Lämmchen fromm biſt. Wenn er mir erſcheint, der böſe Gaſt; ſo ſchlage ich ihm die Lenden lahm.

Hole dich der Satan, du alte Hexe, rief jetzt der erſchrockene Wolf. Ich will mit zweizüngigen Leuten nichts zu thun haben. Er ſagte es, und ſchlich ſich aus der Hütte.

Der Guckguck.

An einem ſchönen Frühlingstag gingen zwei 3 Bauern auf dem Felden ſpazieren wo ſie einen Guckguck rufen hörten. Pravo, rief einer von den