Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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zwei Thieren von einer Mühle, das andere von einem Berge wettlaufen ſollte; welches nun von beyden am geſchwindeſten laufen würde, ſollte über das andere herrſchen. Der Wettlauf begann, und der Löwe ließ den Eſel weit hinter ſich. Als er aber den Berg hin⸗ unter kam, ſah er einen andern Eſel, den er fuͤr ſei⸗ nen ächten Gegner hielt; verlangte daher von dieſem, daß der Wettlauf erneuert werde. Nun ſah der Löwe über dem Berge noch ein Mahl einen Eſel weiden, glaubte überwunden zu ſeyn, und erkannte das Lange ohr auch wirklich als ſeinen Beherrſcher.

Das naive Bauermädchen.

Ein hübſches Bauernmädchen reiſete von ei⸗ nem Jahrmarkte nach Hauſe, und trieb einen Eſel vor ſich her. Auf dem Wege begegnete ihr ein ganz fremder Burſche, der ſie fragte, woher ſie käme, und wohin ſie wollte? Das Mädchen gab ihm eine beſcheidene Antwort; er aber frafte weiter, ob ſie das Mädchen, welches er nannte, nicht kenne. O ja, erwiederte ſie, ſie iſt ja meine Nachbarin. Jetzt trat der Schalk zu ihr, und gab ihr einen Kuß, ſprechend: Gib dieſen deiner ſchönen Nachbarin. Narr, rief nun das überraſchte Mädchen, den Kuß hatteſt du meinem Eſel geben können, denn dieſer kömut eher als ich nach Hauſe.

Die Heuſchrecke und die Ameiſe. Eine Fabel.

Eine Heuſchrecke hatte ſich den ganzen Som⸗ mer hindurch auf dem Felde luſtig gemacht, indeß die emſige Ameiſe jedes Körnchen auflas, und in ihre Vorrathskammer trug. Der rauhe Winter kam, deckte Wieſen und Felder, und benahm der Heu⸗ ſchrecke alle Mittel, ſich zu eruähren, während die

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