Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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Schwank⸗

Ein Chriſt reiſete bey heißer Sommerszeit auf die Frankfurter Meſſe; wollte aber dem heiteren Himmel nicht zu viel tranen, weswegen er ſich mit einem Mantel verſah. Unterwegs ſtieß er auf einen Juden, der nach Frankfurt ging. Es ſpann ſich bald ein Geſpräch an, und weil beyden vor großer Hitze der Schweiß über das Geſicht floß, fagte der Jude: Zetzt wünſchte ich von dem Hmmel ſo wie meine Vorfahren, die Israeliten, begünſtigt zu werden⸗ welche eine große Wolke vor de Sonnenhitze ſchützte⸗

Lieber Samuel, erwiederte der Chriſt, der dem Ju⸗

den die Wolke fühlen laſſen wollte, mir fällt etwas ein. Ich habe in Frankfurt Schulden einzukaſſiren, nahm doher kein Geld zu mir; es könnte aber ſeyn, Ddaß ich doch nichts einbrachte, darum leihe mir einen Thaler; ich verſetze dir dafür meinen Mantel. Der Chriſt bekömmt das Geld, der Jude den ſchweren Montel, den er volle zwei Stunden trug. Als beyde nahe an das Stadtthor kamen, ſpricht der zu dem Juden: Eben fällt mir ein, daß ich in Frankfurt einen guten Bekannten habe, der mir einen Thaler leihen wird, darum haſt du hier deinen Thaler; gib mir pafür meinen Mantel wieder.

Die vier Weintrauben.

Anacharſis pflegte zu ſagen, doß der Weinſtock vier Trauben trage. Die erſte diene zur Geſund⸗ heit, die zweite zur Trunkenheit, die dritte zur Krank⸗ heit, und die vierte zur Armuth.

Der BVBerauſchte.

Ein Schlemmer, der die meiſte Zeit ſeines Lebens in der Schenke zubrachte, und alle ſeine Habe ver⸗ gendet hatte, bezechte ſich einſt ſo ſehr, daß er vor

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