Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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Der aſtronomiſche Kohlenbrenner.

Ludwig XI. König von Frankreich hatte an ſeinem Hofe einen Aſtrologen, den er eines Tages, als er auf die Jagd gehen wollte, befragte, ob ſchö⸗ nes Wetter bleiben würde. Die Frage wurde nach einigem Nachſinnen mit ja beantwortet. Als jetzt Ludwig mit ſeinem Gefolge unweit des Waldes kam⸗ wo die Jagd vor ſich gehen ſollte, begegnete ihm ein

Kohlenbrenner mit einem Eſel, der einen Sack Koh⸗

len trug. Dieſer räth dem Könige, er ſollte nach Hauſe eilen, weil ein ſchweres Gewitter einfallen würde. Ludwig lachte über den ſchwarzen Geſellen, und ſetzte ſeinen Weg fort. Kaum fing aber die Jagd an, als ein heftiges Ungewitter entſtand, und ein Platzregen alles in der Gegend umher ſo über⸗ ſchwemmte, daß der König mit ſchwerer Muhe nach Hauſe kam. Den Tag darauf ließ Ludwig den Koh⸗ lenbrenner kommen, und fragte ihn, als er erſchien, wo er die Wiſſenſchaft, das Wetter voraus zu ſagen⸗ gelernt habe. Ich bin nie, antwortete der Kohlen⸗ prenner, in eine Schule gegangen; kann weder le⸗ ſen noch ſchreiben; habe aber zu Hauſe einen eigenen Sterngucker, der mir nie eine Unwahrheit ſagt.

Und dieſer wäre? ſiel ihm der König haſtig in die Rede: Mein Eſel, allergnäbigſter Herr, ant⸗ wortete der ſchwarze Mann, denn wenn dieſer die Ohren hängt, und ſich an einer Mauer oder einem Zaun, reibte ſo kömmt unſfehlbar ein Ungewitter. Der König lachte herzlich, und ließ den Kohlenbren⸗ ner und ſeinen Wetterpropheten bey ſeinem Hofe ſehr gut bewirthen.

Fabel. Die Luft nahm es ſehr übel, daß ſie dem Va⸗