Teil eines Werkes 
1. Theil (1818)
Entstehung
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Der Mahler.

Der Mahler macht Adler und Gimpel in der Luft; er macht Pferde und Eſel auf Erden; Hech⸗ te und Stockfiſche im Waſſer; Roſen und Knoſpen im Garten; Birnen und Feigen auf den Bäumen; Lämmer und Schweine im Felde; Bäume und Stöcke im Walde; Teufel und Engel an der Wand; Doec⸗ toren und Narren unters Fenſter; dumme und un⸗ wiſſende Beurtheiler der Autoren in den Stuben; Krumme und Gerade auf dem Platze; Kappen und Hüte auf dem Kopfe; Gläſer und Scherben auf die Tafel; Hunde und Katzen in die Küche. Der Mah⸗ ler mahlt an die Stauden Dornen, und wenh er will, auch unter eine Naſe eine Feige, an die Stirn einen Sporn; in der Hand eine Geige; in der Hand einen Zügel, und auf den Rücken ein Stock, und einen reichen Schwelger, wie ihn der Teuſel holt.

Anekdote.

Ein ſchlechter Mahler, der ſeine erbärmlichen Gemählde gar nicht verkaufen konnte, veyließ die Kunſt, die er entehrte, und wurde ein Arzt. Als man ihn fragte, warum er dieß that? gab er zur Antwort: In meinen Gemählden konnte man die Fehler bald entdecken, darum ergriff ich den Stab des Aeskulaps, wo man ſie um ſo weniger ſieht, als

ſie gleich begraben, und mit einer Handvoll Erde leicht zudecken kann.

Das böſe Gewiſſen.

Das böſe Gewiſſen iſt einer Uhr gleich, wel⸗ ches den Verbrecher immer verräth; es mag noch ſo kalt ſeyn, ſo fühlt dieſer doch eine außerordent⸗ liche Hitze; er mag Honig ſaugen, ſo fühlt er doch

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