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Unglücksfall, keine Gefahr, ja der Tod ſelbſt nicht
abhalten ſoll, alles für dich aufzuopfern. Du biſt noch ein Kind(Ladislaus war damahls ſechs Jahre alt) und verſtehſt es nicht, was ich ſage. Wirſt du mir, was ich für dich thue, einſt vergelten? ſetzte er mit lächelndem Munde hinzu, werde ich mich dei⸗ nes Dankes freuen können? Kaum hatte Giſera ausgeſprochen, als der königliche Knabe ſchon im Gemache hin und her blickte, und endlich den All⸗ moſen⸗Beutel ſeines Kammerdieners erſah, den er in geheim zu ſich nahm und dem tapferen Giſera
ſechs Groſchen(mehr waren damahls nicht im Beutel)
gab. Alle Anweſenden waren bis zu Thränen gerührt, und Giſera ließ nachher dieſe ſechs Groſchen in Gold faſſen, und trug ſie zum Zeichen königlicher Dank⸗ barkeit an dem Halſe.
Rom adda.
Der Gemahlin des friauliſchen Herzogs Agi⸗ ſus wäſſerten die Zähne nach einer Krone. Um dieſe zu erhalten, ſchrieb ſie dem Cacannus, einem
ungariſchen oder vielleicht hunniſchen Könige, er möch⸗
te ihres Gemahles Land mit Krieg überziehen. Sie ver prach ihm, die Hauptſtadt ohne Verluſt auch nur Eines Mannes übergeben zu wollen, wenn er ſie ehlichen würde. Cacannus verſpricht der Herzoginn
Romadda, ſo hieß das ſanfte weibliche Geſchöpf⸗
alles, was ſie wünſcht, füllt in das friauliſche Ge⸗ bieth ein, tödtet den Herzog und vermählt ſich mit Romadda, aber wie? Auf freyem Felde läßt er ſie
im Angeſichte ſeines geſammten Heeres an einen höl⸗
zernen Pfahl binden, und lebendig verbrennen. Ei⸗ nem ſolchen Weibe gehöre ein ſolcher Mann, ſagte er mit höniſchem Lächein, als die Flamme Romaddas Förper ergriff, und ſie verzehrte.
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