Teil eines Werkes 
1. Theil (1818)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

was des Kaiſers iſt; bey Manchen aber heißt

es: Stehlet dem KFaiſer, was des Kai⸗ ſers iſt.

Kindriche Liebe.

FrancescoScaglia, ein genueſiſcher Edel⸗ mann wurde ſchon in ſeinem fünfzigſten Jahre ſtock⸗ blind, und erreichte in dieſem traurigen Zuſtande das zwei und neunzigſte Jahr. Seine edlen zwei Söhne Odoardo uud Ricolo wollten nicht zu⸗ laſſen, daß der Vater von ſeinen Dienern geführt werde, ſie führten ihn überall hin, damit ihm nichts geſchehe. Dieſe kindliche Liebe wurde in Genua all⸗ gemein geprieſen. Möchte doch ein ſolches Beyſpiel die Kinder der heutigen Welt, wenn nicht ganz beſ⸗ ſern, doch erinnern, was ſie ihren vom Alter ge⸗ ſchwächten Aeltern ſchuldig ſind!

Georg Giſera.

Als der berühmte Georg Giſtra oder Gi⸗ ſera nach Reuſtadt kam, wo Ladislaus Kaiſer Friedrichs IIl. Mündel war, verlangte er bey dem Letzteren vorgelaſſen zu werden. Die Audienz ward ihm nicht verſagt, auch wie er wünſchte, der junge König Ladislaus von Ungarn vorgeführt. Als dieſer erſchien, rief Giſera aus: Run ſehe ich

dich ein Mal mein König! Welch eine Freude für

mich, dich in der Königlichen Würde zu ſehen! Wenn du wüßteſt, was ich deinetwegen aus geſtanden habe! Waos für Arbeit, welche Anſtrengung hatte ich zu deinem Wohle! In wie viel Gefahren war ich, in

wie viel Fehden wurde ich verwickelt, und wie viel

Wunden erhielt ich. Betrachte dieſe Narben; ſie beweiſen, daß ich deinem Herrn Vater, glorwürdi⸗ gen Andenkens treu geblieben, und daß mich kein

*.