wiederholten Reiſen ſo viele frohe, glückliche und heitere Menſchen ſchon an Bord gehabt. Denn der Cockney. das wahre und unverfälſchte Londoner Kind, welches ſein Lebtag nicht viel mehr geſehen hat, als den betän⸗ benden Wirrwarr der City, den flüchtigen Glanz des Weſtends und die Sonntagnachmittagsanſicht von Wind⸗ ſor⸗forſt und Richmond⸗park, wird ein ganz ſFer Menſch, wenn er nun plötzlich die von Wetter grauen Säulen und Kuppeln, die von Ruß geſchwärzten Giebel und Fronten der gewaltigen Stadt hinter ſich verſchwin⸗ den und vor ſich die offene, luſtige Weite des Themſe⸗ ſpiegels auftauchen ſieht, gekreuzt von tauſend Dampfern und Segelſchiffen und Böten, wenn die duftigen Hügel⸗ ufer zu beiden Seiten ihm Labung und Erquickung ath⸗ men und der friſche Lebenshauch vom Meere ſchon ſanft Waſſer, Wald und Wieſe ſtreift.
Ein tiefer, dichter Nebel lag über London, als am Sonntag, dem zwanzigſten Juli 1856, Mittags zwölf Uhr, der„Baron Oſy“ die ſchmutzige Hafentreppe und die ſchwarze, ſchauerliche Einfuhr von St. Catharine's Wharf verließ, Am Tage vorher war ſchlechtes Wetter geweſen, viel ſchlechter als man ſonſt in London um dieſe Jahreszeit gewohnt war. Man hatte Feuer im Kamin gehabt, ſo kalt war es geweſen Man hatte Licht gebrannt, ſo dunkel war es geweſen. Dabei hatte den ganzen Tag lang der Wind rumort, daß man die Ziegelſteine fallen hörte; und geregnet hatte es„Hunde und Katzen“, wie man in London zu ſagen pflegt.
Aber der„Baron Oſy“ hatte ſeine Laune nicht ver⸗ loren.„Der Baron hat Glück“, ſagten die biedern


