Teil eines Werkes 
1. Buch (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

203

gute Frau haben mit demſelben ſchon eine Reiſe ge⸗ macht. Das Deck iſt weit, geräumig und bequem; die Cajüte hat einen allerliebſten kleinen Ofen und hübſche kleine Sammtſeſſel, in welchen die Geſellſchaft ſich rings herum ſetzen kann; ſie hat wolgepolſterte, breite Divans an den Wänden, auf welchen es nicht gerade verboten iſt, ſich auszuſtrecken mit einer Novelle oder einem Zei⸗ tungsblatt, und einen gediegenen Mahagonytiſch, auf welchem gegen drei Uhr, ſobald man hinter Gravesend iſt, ein gediegenes Mittagseſſen erſcheint. Die kleinen Kojen ringsum, dieberths, wie die Engländer ſie nennen, ſind ein Muſter von Reinlichkeit, Comfort und Bequemlichkeit, vorausgeſetzt, daß man nicht gar zu lange Beine hat. Wie ſchön ruht ſichs in dieſen kleinen ſchmalen Betten dicht an der Schiffswand, dicht an dem Waſſer, wenn das Schiff ſo bei Nachtzeit die weite Nordſee durchſtreicht und ihre rauſchenden Wellen am Kiele ſich brechen!

Denn der guteBaron in ſeiner ächt niederländi⸗ ſchen Sorge für die Bequemlichkeit ſeiner Paſſagiere, hat es ſo eingerichtet, daß er in ſeiner Fahrt von Strom zu Strom die Strecke des Meeres, welche ſie trennt, bei Nachtzeit zurücklegt, wenn die Paſſagiere nach ſeiner Anſicht ſchlafen; daß er die Themſemündung ſpät am Abend verläßt und die Scheldemündung früh am an⸗ dern Morgen gewinnt, wenn der Tag graut. Darum iſt derBaron Oſy der Liebling aller derjenigen hohen Herrſchaften, welche Zeit genug und Geld genug haben, um den Continent ſo bequem als möglich zu erreichen; und darum hat er auf ſeinen kurzen und unermüdlich