daß der Himmel mich erſehen hat, Dir zu helfen— ich will Dir helfen!“
Da wandte ſich das Mädchen um, und den kalten, ſtarren Arm, mit welchen ſie eben noch die Säule um⸗ ſchlungen hatte, in die graue Morgendämmerung hebend, das bleiche Geſicht vom Zwielicht geiſterhaft beleuchtet, das ſchwarze Haar von der Frühluft durchfäuſelt, rief ſe Herr Herr! Ihr kennt mich nicht— Ihr wißt nicht, daß mit mir das Unglück über Eure Schwelle tritt!“
Der alte Bill, welchen die Unheimlichkeit dieſes Auf⸗ tritts nach den vorangegangenen Stunden der Einſam⸗ keit, des Nachdenkens und Träumens doppelt ergriff, trat auf die Marmorſchwelle des hohen Hauſes, als wolle er ſie beſchützen.„Beim heiligen David!“— dieſes war nämlich der heimathliche Heilige, mit deſſen Namen der Dienſtmann der Hazlewoods, gleich ſeinen übrigen Lands⸗ leuten, ſeinen feierlichen Verſicherungen Nachdruck zu ge⸗ ben pflegte—„das Mädchen hat Recht, Herr,“ ſprach er mit zitternder Stimme—„das Mädchen hat Recht! Laßt ſie gehen— laßt mich ihr geben, weſſen ſie bedarf, ich will ihr Alles vor die Thüre bringen, aber laßt ſie nicht in dieſes Haus.“ Und beide Arme erhob er, um die Thüre gegen ſie zu decken.
„Bill,“ ſagte da George Meadows,„Du wirſt mir den Weg nicht vertreten, wenn mein Herz, wenn eine höhere Macht mich ihn wandeln heißt!“ Es lag eine Tiefe, eine Innigkeit des Gefühls in dieſen Worten, welche George mit bebenden Lippen ſprach, daß der alte Bill nicht wiederſtehen konnte. Er ließ die Arme lang⸗ ſam finken; Thränen kamen in ſeine Angen, und leiſe


