hob ſich der alte Diener, und ſo raſch es ihm ſeine ſchon etwas ſteif gewordenen Gliedmaßen erlaubten, eilte er an die Thür und öffnete. Das Mondlicht kämpfte mit dem Morgengrauen um die Herrſchaft und das eigenthümliche Helldunkel, welches dadurch erzeugt ward, blendete die Augen des eben erſt plötzlich aus dem Schlafe Erwachten ein wenig.„Gott ſei Dank,“ ſagte er,„daß Ihr...“ Aber mitten in ſeiner Rede ſtockte er. Sein Herr war nicht allein.—
Zur Seite deſſelben befand ſich eine dunkle Geſtalt, eine Frau oder ein Mädchen, nach dem zerdrückten Hut, dem kurzen Mäntelchen, dem ſchwarzen, ſchmutzigen, zer⸗ riſſenen Kleid zu urtheilen. Von ihrem Geſicht war Nichts zu erkennen. Sie hatte die Arme um die Säule geſchlungen und lehnte den Kopf an das weiße, kalte Geſtein. Sie hatte den einen Fuß auf das Piedeſtal geſetzt und ihre Knie war feſt gegen die Rundung ge⸗ preßt Sie ſtand, als ob ſie mit dem Steine verwach⸗ ſen ſei; wie eine Schiffbrüchige, die ſich an den Maſt klammert, wie eine Flüchtige, die ſich an den Altar wirft. George Meadows ſtand neben ihr.
„Komm,“ ſagte er;„wir ſind zu Hauſe!“
Aber die Geſtalt rührte ſich nicht.„Du wirſt es mir unmöglich machen, Etwas für Dich zu thun, armes Mädchen, wenn Du noch lange zögerſt,“ redete der Jüngling ſie auf's Neue an. Die Geſtalt bewegte den Kopf, welcher an der Säule ruhte, ein wenig, als wolle ſie verneinen. George Meadows jedoch ergriff den Arm, welcher läſſig an der Säule niederhing.„Ich ſchwöre Dir,“ rief er,„ich laſſe Dich nicht! Ich fühle,


