Teil eines Werkes 
1. Buch (1863)
Entstehung
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ſchöne Leidenſchaft, welche ſich zu einem hoffnungsloſen⸗ Kampf gegen Vorurtheil und Verworfenheit hinreißen läßt. Weiter wollten wir Nichts ſagen. Und glaubet nicht, daß es darum weniger wahr ſei, weil wir es im Café de la Regence ſagen. Wir ſind nicht der Anſicht, wie viele Andere, daß eine unheilige Stätte das S entweihe. Könnte man ſich daran gewöhnen, 6 gentheil für wahr zu halten, ſo würde d llige darunter nicht leiden, aber der geweihten Statten auf Erden würden mehr ſein.

Und im Cafe de la Regence war's, wo Mr. Sam Slender mit ſeinen drei Franzöſinnen ſaß, lachend, plau⸗ dernd, rauchend, und die Gläſer klangen dazwiſchen und Muſik von draußen und Becher⸗ und Hörnerklang vieler Andern, die gleich ihnen auf den rothen Sofa's vor den Marmortiſchen ſaßen, und bunte Pracht und berauſchen⸗ der Duft umgab die Gruppe.

Stiller aber war George Meadows geworden. Die widerſtreitendſten Empfindungen kämpften in ſeiner Seele. Die ſüße Schwermuth, der verführeriſche Schmelz des italieniſchen Geſanges, mit welchem dieſer Abend begon⸗ nen, das lockende Geheimniß der Mondnacht mit ihren tiefen Schatten, und ihren grellen Lichtern, die fremde Welt der Schwärmerei und des Genuſſes, die ihn hier umwogte, die blitzenden Augen, die ſchimmernden Kelche das Alles hatte die Aufregung ſeines Innern bis zum Höchſten geſteigert. Sein Herz klopfte, ſeine Pulſe zitterten. Eine Sehnſucht erwachte, ſtark und gewaltig, wie er ſie bis dahin nie gekannt. Er hatte ſich allein gefühlt immerdar, er hatte ſtets getrauert, daß er keine