—
Aber laßt uns vergeſſen! Seht, wie die rothen und grünen und blauen Flammen der Fenſter ſich mit dem klaren Silber des Mondes miſchen! Wie zahlloſe ſchwär⸗ niende Augen in ſeinem magiſchen Halbſchatten⸗ blitzen; wie zahlloſe ſchöne Köpfe von ſeinem blauen Schimmer umfloſſen ſind und zahlloſe kleine Füße über den fun⸗ kelnden Teppich hüpfen, welchen er über den Straßen⸗ hügel gebreitet! Schönes, kurzes, unglückſeliges Reich der Nacht und des Rauſches!—
Es war eine Schwierigkeit für die drei Freunde, vorwärts zu dringen. Denn je weiter ſie den Straßen⸗ hügel hinanſtiegen, je mehr nahm das Gedränge auf dem Trottoir, der Lärm unter den Droſchken zu, welche die Mitte der Straße in langer Reihe bedeckten. Vor jedem der zahlreichen Caffee⸗, Bier⸗ und Auſternhäuſer am Wege ſtanden Gruppen, von bunten Bichtern ſtark beleuchtet— Männer von jedem Alter und den ver⸗ ſchiedenſten Trachten— Frauenzimmer aus allen Län⸗
dern, einige ſehr jung und friſch, andere ſehr verlebt,
einige ſehr luſtig, andere ſehr traurig, einige in rau⸗ ſchender Seide, andere nachläſſig und ſchleppend— einige blaß und müde, andere mit einem fröhlichen Liede auf den Lippen— Alle aber unglücklich— ſehr unglücklich— glaubt es mir!
Die lauteſte Stimme in dieſem Getöſe und die luſtigſte dazu haben die Franzöſinnen. Sie am Leichte⸗ en finden ſich in jede, auch die unnatürlichſte Wendung Lebens; mit derſelben Virtuoſität würde die Fran⸗ ent eine Rolle des Laſters und morgen eine der
—
S—
—
——
——
———


