Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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geräthe in Bereitſchaft ſetzen, und neben ihnen hatte ſich ein Schwarm jüdiſcher Handelsleute aufgeſtellt, welche das Kloſter begierdevoll wie Raben umſchwärmten.

Seht ſie an, die Söhne der Finſterniß, murmelte der Prieſter, der ſich da drüben unter den dichteſten Volkshaufen gemiſcht hatte, ſeht dieſe Juden, welche der Kaiſer frei gegeben hat, daß ſie heute ſogar hieher kommen durften, um die heiligen Kloſterſchätze zu kaufen, die der Herr Kaiſer verauktioniren läßt! Der Jude wird die herrlichen Monſtranzen und Weihkeſſel kaufen, welche Eure Prieſter zum Dienſte Gottes geſegnet hatten, und er wird ſte einſchmelzen und Geld daraus machen zu niedrigem Handel und Wandel. Der Jude wird die koſt⸗ baren alten Nachtmahlskelche kaufen, aus denen Eure Prieſter Euch den Segen zugetrunken, er wird daraus trinken, wenn er den Schabbes feiert und den Chriſten flucht. Der Jude wird die goldgeſtickten Tiaren Eurer Prieſter kaufen, und er wird ſeiner Frau daraus Kleider machen, mit denen ſie im Tempel und auf der Straße einherſtolziren kann. Der Jude darf das Alles thun, denn der Kaiſer hat es ihm erlaubt, der Kaiſer hat den Juden frei und den Chriſten unfrei gemacht, der Kaiſer hat dem Juden erlaubt, zu thun, was er will, und es dem Chriſten verboten, denn unſere frommen Brüder und Schweſtern dürfen dem Herrn nicht mehr dienen, ſie werden ausgetrieben aus ihren Tempeln und die Juden werden hereingelaſſen, damit ſite ſchachern und handeln in den heilgen Räumen, in denen ſonſt nur fromme Lieder und inbrünſtige Gebete erſchallt ſind.

Das Volk hatte ſich dicht um den Prieſter gedrängt, in athemloſer Andacht mit flammenden Blicken und finſtern Mienen hatte es den leiſen Worten deſſelben zugehört, und als er jetzt ſchwieg, lief durch die dichtgedrängten Haufen ein drohendes Gemurmel, wie das Rollen eines nahenden Unwetters hin, und manche Fauſt hob ſich empor und mancher wüthende Blick richtete ſich hinüber nach den Juden, die da ſtanden und lachten und plauderten, und des Moments harrten, wo ſte Geſchäfte machen könnten.

Wir werden es nicht erlauben, Ehrwürden, rief ein junger Burſche mit wüthenden Mienen und drohend gehobenen Armen, wir werden es nicht erlauben, daß die Juden die heiligen Schätze kaufen, und ihre Weiber die Kleider unſerer Heiligen anziehen.