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und wehklagte es ihnen nach! Die Religion, klagte man, ſei gefährdet, die heilige Kirche ſei bedroht von dem ungläubigen Kaiſer!
Joſeph hörte wohl dies Geſchrei, aber er lächelte dazu.„Wenn die Prieſter aufhören werden zu ſchreien, wird mein Volk die Stimme der Vernunft hören und mir danken für das, was ich thue,“ ſagte er. Und wenn ſte ſehen, daß der Himmel nicht einſtürzt an dem Tage, an welchem die faulen Mönche und Nonnen ihre Klöſter verlaſſen und wieder eintreten müſſen in die Welt, oder ſich zum Dienſt in nütz⸗ lichen Klöſtern bequemen, wenn ſie ſehen, daß Gott keine Blitze ſendet, mein ruchlos Haupt zu zerſchmettern, ſo werden meine guten Unterthanen doch zur Beſinnung kommen, und ſte werden einſehen, daß ich ſie frei gemacht von einer ſchlimmen Geiſtesfeſſel! Ich will ja nur das Beſte meines Volkes, und es wird mich gewiß einſt dafür lieben, und mir danken!
Aber noch freilich war das Volk nicht zu dieſer Einſicht und Erkenntniß gekommen, noch entſetzte es ſich vor dieſem freigeiſtigen Kaiſer, der mit ſeinen räuberiſchen Händen die Pforten der Klöſter öffnete, die frommen Bewohner hinausſtieß in die Welt, und von den Altären, und aus den Schränken der Sacriſteien die heiligen Kirchenſchätze nahm, um ſie in Geld zu verwandeln, und daſſelbe zu ſeinen nützlichen Zwecken zu verwenden!
Aber der kaiſerliche Befehl ward nicht zurückgenommen, trotz Prieſterwuth und Volksgeſchrei, und der 12. Januar 1782 war der Tag, an welchem das kaiſerliche Decret über die Kloſteraufhebungen zur Ausführung kommen ſollte!
Zu ganzen Schaaren ſtürzte daher das Volk von Wien nach dem Königskloſter, aus welchem die heiligen Clariſſinerinnen heute ihren Auszug halten ſollten, und deſſen Kloſterſchätze man zugleich in öffent⸗ licher Auction verſteigern wollte.
Tauſende von Menſchen füllten die Straßen, und ſtarrten hin⸗ über nach den Pforten des Kloſters, vor denen die Commiſſarien des Kaiſers in voller Uniform ſich aufgeſtellt hatten, um von der Priorin
des Kloſters im Namen des Kaiſers die Schlüſſel in Empfang zu
nehmen. 3 Unweit davon ſah man die Beamten der öffentlichen und gericht⸗ 4 lichen Auctionen ihre Tiſche aufſchlagen, und ihre Papiere und Schreib⸗
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