Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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Das Volk ſollte frei werden von den Prieſtern und dem Aber⸗ glauben.

Hinweg alſo mit dem Ablaßkram, den Amuletten, den Wallfahrten und Prozeſſionen! Die Religion ſollte gereinigt werden von dem Flitterſtaat und dem Aufputz, den Hochmuth, Unwiſſenheit und Eitel⸗ keir ihr ſeit Jahrhunderten angeheftet, die Prieſter ſollten wieder die Diener der Kirche, nicht mehr ihre Herren ſein, und anſtatt das Volk, wie ſie bishen gethan, zu verdummen, ſollten ſie daſſelbe aufklären! Deshalb befahl der Kaiſer, daß ſie ſelber gehalten ſein ſollten, ſich Kenntniſſe zu erwerben und Fründliche Studien zu machen, deshalb gründete er Seminarien, in denen die angehenden Prieſter erzogen werden ſollten zur Toleranz, zur Liebe und zur Freiheit!

Aber dieſes Alles war doch nur die Vorbereitung zu dem großen Schlag, mit dem der Kaiſer endlich dieſes ganze Gebäude der Prieſter⸗ herrſchaft und des Monachismus zerſchmettern und in Staub legen wollte!

Dieſer letzte entſcheidende Schlag war die Aufhebung der Klöſter!

Die Klöſter ſollten nicht mehr eine Zufluchtsſtätte ſein für die Trägheit, die Arbeitsſcheu, die Genußſucht und Bequemlichkeit! Ar⸗ beiten und nützlich ſein ſollten die Mönche ſowohl wie die Nonnen. Ein heiliges und gottſeliges Leben, der Drang nach Einſamkeit und Stille, um in heiliger Zurückgezogenheit die Hände zu müßigen Ge⸗ beten zu falten, das ſollte nicht mehr die Aufgabe der Mönche und Nonnen ſein, und deshalb erließ der Kaiſer ein ganz neues, nie ge⸗ ahntes Geſetz. Alle die nutzloſen Klöſter ſollten aufgehoben werden und die Bewohner derſelben ſollten in das Leben, in die Wirkſamkeit, zu der Arbeit um das tägliche Brot zurückkehren!

Und jetzt ging ein Schrei des Entſetzens durch alle öſterreichiſchen Lande, aus den Klöſtern tönte er hervor und fand ſeinen Wiederhall in allen Hütten und allen Paläſten, und Alles ſchrie und jammerte und klagte: der Kaiſer will die Religion vernichten! Der Kaiſer greift ſte an in ihren heiligſten Satzungen, der Kaiſer iſt ein Ungläubiger, ein Ketzer, und er will auch ſein Volk zu ſeinen Geſinnungen bekehren, und er will auch ſein Volk mit hineinziehen in das Verderben, mit dem eines Tages die Rache des Himmels ihn ſelber zerſchmettern wird.

So ſprachen und wehklagten die Prieſter, und das Volk ſprach