chaft agen
ſie teine
ürfen
rafen
133
fürchtend, den Kampf mit ſeinen gefährlichſten Feinden begonnen, er hatte der Prieſterſchaft den Fehdehandſchuh hingeworfen, und hatte mit demſelben ſogar den Stuhl des heiligen Petrus zu Rom getroffen.
Der erſte Schlag, den er führte, traf die geiſtlichen Oberhirten in ſeinen Landen, die Biſchöfe. Sie ſollten von nun an Unterthanen ſein des Kaiſers, wie alle übrigen Unterthanen. Unabhängig und frei von dem Papſte ſollten ſie als Staatsbürger dem Kaiſer allein gehorſam ſein, und keine Bulle und kein Beſehl des Papſtes ſollte zur Ausführung kommen, bevor nicht der Kaiſer dazu ſeine Erlaub⸗ niß ertheilt. Die Biſchöfe ſollten in ihre alten Rechte wieder einge⸗ ſetzt werden, und die angemaßte Befugniß des Papſtes, daß Er allein in katholiſchen Landen Dispenſationen in Cheſachen, Abläſſe und Strafen gebieten könne, ſollte aufhören und in die Hände der Biſchöfe übergehen.
Aber dies war nur der erſte Schritt, den der Kaiſer gegen das erzitternde Rom that. Frei wollte er ſein Volk haben und ſelbſt⸗ ſtändig, und auch die Prieſter und Geiſtlichen zählte er zu ſeinem Volk.
Deshalb entband er alle geiſtlichen Gemeinden und Ordenshäuſer in den öſterreichiſchen Erbſtaaten von aller Verbindlichkeit und allem Zuſammenhang mit auswärtigen Obern, Provinzen und Klöſtern, und der Ordensgeneral zu Rom durfte den öſterreichiſchen Ordens⸗ geiſtlichen keine Geſetze mehr auferlegen, nur die einheimiſchen Biſchöfe hatten das Recht dazu. Kein Geld durfte mehr von den Klöſtern und Brüderſchaften außer Landes geſandt werden, keine geiſtliche Ver⸗ ordnung durfte ohne landesfürſtliche Genehmigung verbreitet werden.
Dieſe Verordnungen brachen indeß nur den Machteinfluß, den Rom ſich in Oeſterreich angemaßt, ſie betrafen nur Nom's Einfluß auf den Clerus, aber ſie erſchütterten noch nicht den Machteinfluß, den der Clerus auf das Volk bis dahin ausgeübt! Dieſen indeß zu brechen, ſein Volk frei zu machen von der Vormundſchaft der Prieſter, die Gewiſſen zu erlöſen von den Banden der Bigotterie und des Aberglaubens, das war das große Ziel, welches der Kaiſer ſich ſelber geſteckt, darnach wollte er ringen und ſtreben, unbeirrt von den ängſt⸗ lichen Mahnungen ſeiner Freunde, von den wüthenden Drohungen ſeiner Feinde!


