Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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künſtliche Raſenbänke zum Sitzen einluden, um dem Murmeln und Plätſchern der kleinen Cascaden und Springbrunnen zuzuhören, die ihr herrlich duftendes Waſſer in marmorne Becken ergoſſen.

Noch war die Geſellſchaft nicht eingetreten in dieſe prachtvollen Räume, aber alle Vorbereitungen zu dem Empfang der Gäſte waren beendet, die Kerzen der Luſtres, Armleuchter und Gueridons brannten ſchon und verbreiteten Tageshelle durch dieſe Säle, deren tiefes Schweigen zugleich etwas Schauerliches und geheimnißvoll Feier⸗ liches hatte.

Die Gräfin Baillou ſelbſt war noch nicht in dem erſten der Säle erſchienen, in welchem ſie ihre Gäſte empfangen wollte, ſie hatte noch ihr Toilettenzimmer nicht verlaſſen, und die Säle in ihrer Vollendung und Pracht, zum heimlichen Aerger ihres Haushofmeiſters, noch gar nicht in Augenſchein genommen.

Aber endlich öffnete ſich da drüben die Thür, endlich verließen ihre Dienerinnen das Toilettenzimmer, und der Anzug der Gräfin war vollendet. Der Haushofmeiſter ſtand noch immer in dem Em⸗ pfangsſaal, nach welchem das Toilettenzimmer der Gräfin ausmündete und erwartete ihr Kommen. Und jetzt flog die Thür auf, und dieſe hohe wundervolle Frauengeſtalt in dem weißen Atlasgewande, mit dem Diadem von Brillanten in dem ſchwarzen Haar, mit den Arm⸗ bändern von Brillanten um die blendend weißen üppigen Arme, das war ſie, die ſchöne Gräfin Baillou. Wie eine Feenkönigin ſchwebte ſie daher, ein Meer von Glanz, Licht und Farben um ſich her ver⸗ breitend, bewunderungswürdig in ihrer Schönheit, ihrer Würde und Hoheit, die allen Glanz der Brillanten und Edelſteine noch überſtrahlte. Ihre Geſtalt hatte zugleich etwas von der Venus und der Juno, ſie war zugleich üppig und hoheitsvoll, imponirend und reizend; es war die Geſtalt dieſer reizenden Frauen Roms, welche bei aller Gluth und Ueppigkeit der Italiänerin doch nie vergeſſen, daß ſie die Töchter der ewigen Roma ſind, und daß dieſe Abkunft ihnen einen ewigen un⸗ vergänglichen Adel verleiht. Ihr Haupt, das ſie auf einem ſchlanken Halſe wiegte, war umringt von Locken, die ſchwarz wie Ebenholz zur Seite ihres Antlitzes niederrollten, und ihr durchſichtig blaſſes Geſicht, deſſen klaſſiſches Ooal an den Kopf der Venus von Milos

erinnerte, wie mit einem Rahmen umgeben. Und in dieſem bleichen

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