Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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Grafen Podſtadzky vernommen, daß er das Glück gehabt, der Gräfin Baillou bei dem Aufſuchen einer paſſenden Wohnung hehülflich zu ſein, und daß er ſie begleiten durfte, als ſie das von ihm vorgeſchlagene Hotel beſichtigte. Von der glänzenden Einrichtung dieſes Hétels, das nun für den Winter die Reſidenz der ſchönen Contessa del cuore freddo ſein ſollte, fing man nun bald an, ſich in Wien die größten Wundermährchen zu erzählen. In den Magazinen der erſten Kaufleute hatte die Gräfin Baillou ſo außerordentliche und verſchwenderiſche Beſtellungen gemacht, daß dieſelben Anſtand genommen haben würden, dieſelben auszuführen, hätte der Ruf ihnen nicht ſchon von den enormen Reichthümern der Gräfin erzählt, und wäre ſie nicht außerdem bei ihrem erſten Erſcheinen in den Magazinen von dem jungen Grafen Podſtadzky Liechtenſtein begleitet geweſen, den Jedermann kannte, und deſſen Begleitung für die ſchöne Fremde eine genügende Bürg⸗ ſchaft ſein konnte.

Die Beſitzer der großen Magazine beeilten ſich daher, ihre koſt⸗ barſten geſchnitzten und ausgelegten Meubles, ihre Stoffe von gold⸗ geſticktem Sammet und ſchwerem Seidenbrofat, ihre Luſtres von Bergeryſtall, ihre perſiſchen Teppiche, ihre Venetianiſchen Spiegel, ihre Marmorvaſen und Statuen, kurz Alles, was zu einer noblen und glänzenden Einrichtung nothwendig war, zur Verfügung zu ſtellen. Die Goldarbeiter empfingen von der Gräfin Baillou die Beſtellungen zu den ſchweren maſſiven Tafelaufſätzen und goldenen und ſilbernen Couverts, und die Juweliere ſchätzten ſich glücklich, der Gräſin Baillou einige ihrer auserleſenſten und koſtbarſten Schmuckſachen verkaufen zu können.

Die Gräfin hatte aber auch eine Eigenſchaft, welche die Kaufleute mit Entzücken erfüllte. Sie bezahlte Alles baar, zwar nicht mit klingender Münze, aber doch mit guten öſterreichiſchen Banknoten, ihr Haushofmeiſter hatte von ſeiner Herrin die ſtrenge Ordre erhalten, keine Sendung der Kaufleute und Fabrikanten anzunehmen, ohne nicht zugleich den Betrag für dieſelben auszuzahlen, und dieſe ſtrenge Ordre der Gräfin war es, welche die Lieferanten berauſchte, und ſie mit wahrer Bewunderung für die ſchöne Fremde erfüllte.

Und endlich jetzt war die Ausſchmückung und Einrichtung des Hôtels fertig, und die Gräfin, wie geſagt, wollte heute ihr erſtes