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Entſchuldigungsbriefe, und aus allen dieſen Briefen, von welchem keiner dem andern glich, obwohl ſie doch Alle daſſelbe Thema der Entſchuldigung behandelten, ſprach ein ſolch hoher, feingebildeter Geiſt, ſo viel Liebenswürdigkeit und Zierlichkeit, daß ſelbſt die anſpruchsollſten und ſtolzeſten Damen ſich davon überwunden fühlten, und erklärten, die Gräfin Baillou müſſe eine ſehr geiſtreiche und liebenswürdige Frau ſein, und es verlohne wohl der Mühe, ihre Bekanntſchaft zu machen. In ihren Briefen dankte die Gräfin den Damen für die große Zuvorkommenheit, mit welcher dieſe, nicht Dank dem Verdienſt der Gräfin, ſondern Dank den Empfehlungsbriefen ihrer Freunde in Rom, die Fremde aufgenommen, indem ſie ſogar ſich herablaſſen wollten, ſie in den elenden Zimmern eines Gaſthofes zu beſuchen. Aber dieſe Zimmer ſeien nicht würdig, ſo hohen Beſuch zu empfangen, und deshalb verzichte die Gräfin auf das Glück, die jungen Damen kennen zu lernen, bis zu dem Moment, wo ſie ſo glücklich ſein dürfe, ſie in ihrem eigenen Hôtel empfangen zu können. An der Einrichtung deſſelben werde bereits gearbeitet, und ſobald ſie vollendet, werde die Gräfin die Damen erſuchen, durch ihr liebenswürdiges Erſcheinen ihr Haus zu weihen, und ihr, der Fremden, großmüthig eine Heimath zu geben.
Nach dieſen Briefen hatte man wenig mehr von der Gräfin Baillou geſehen; ſelbſt im Theater war ſie nie mehr erſchienen, nur im Augarten begegnete man zuweilen ihrer Equipage, aber die Fenſter derſelben waren heraufgezogen, und die Contessa del cuore freddo ſchien ſich hinter dieſe glänzenden Wände vor den neugierigen Blicken der ihr fremden Cavaliere nicht allein, ſondern auch vor den Unter⸗ haltungen des Grafen Podſtadzky geflüchtet zu haben. Vergebens ſuchte dieſer ſich ihr zu nähern, vergebens ritt er dicht an ihren Wagen heran um ſie zu begrüßen. Die Gräfin Balllou ſchien ſeine ehrerbietigen Verbeugungen kaum zu bemerken, und nicht Einmal ließ ſie die Fenſter niedergleiten, um dem Grafen die ſo ſehnlichſt gewünſchte Unterredung zu geſtatten.
Aber wenn man wenig mehr von der Gräfin Baillon ſah, hörte man doch deſto mehr von ihr. Sie hatte ſich auf der langen Gaſſe, der faſhionableſten Straße der Wiener Altſtadt ein ganzes Höôtel ge⸗ miethet, und mit wahrem Neid hatten ſeine jungen Freunde von dem


