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Natürlich beſtürmten die jungen Cavaliere den glücklichen bevor⸗ zugten Grafen Podſtadzky, ſie der wunderbaren, ſchönen Contessa del cuore freddo vorzuſtellen, damit ſie gleich ihm ſelber verſuchen dürften, ihr kaltes Herz endlich zu rühren, und die Liebe der jungen Wittwe zu gewinnen.
Graf Podſtadzky begab ſich in die Loge der Gräfin, um ihr den Wunſch der Cavaliere mitzutheilen, kehrte aber bald mit der unwill⸗ kommenen Nachricht zurück, die Gräfin Baillou empfange keine Herrn, welche ihr nicht von irgend einer namhaften und angeſehenen Dame der Geſellſchaft vorgeſtellt worden.
Dieſe Weigerung machte die Cavaliere nur noch begieriger auf die Bekanntſchaft der ſtolzen ſpröden Frau, und als ſie am andern Tage in ihrer von vier herrlichen Rappen gezogenen Equipage ihre Promenade im Augarten machte, folgte ihr ein ganzer Cortéège vor⸗ nehmer, junger Reiter, welche Blicke voller Neid auf den jungen Grafen Podſtadzky Liechtenſtein warfen, welcher beneidete, glückliche Sterbliche neben dem Wagen ritt.
Einige Tage ſpäter machte die Gräfin Baillou ihre Antritts⸗ viſiten, das heißt, ſie fuhr bei den Hôtels der größten und angeſehenſten Familien vor, und ließ durch ihren von goldenen Treſſen ſtrotzenden Lakahen ihre Karte und ihre Empfehlungsbriefe abgeben, ohne indeß perſönlich eine Viſite machen zu wollen.
Die Empfehlungsbriefe waren ſämmtlich von den erſten Fürſten⸗
8 und Grafenfamilien Rom's ausgeſtellt, die Colonna's und Orſtini's
hatten die Gräfin Baillou ihren Bekannten und Freunden in Wien mit ſolcher Wärme empfohlen, daß dieſe ſich beeiferten, dieſen Em⸗ pfehlungen zu genügen. In den nächſten Tagen ſah man daher vor dem Gaſthof, in welchem die Gräfin abgeſtiegen war, ein ununter⸗ brochenes Vorfahren von Equipagen der hohen Oeſterreichiſchen Ar⸗ riſtokratie, deren Damen aus eigener Neugierde, und gedrängt von Wünſchen ihrer Gatten, Brüder und Freunde, welche ja nur durch die Damen zu der Ehre gelangen konnten, der Fremden vorgeſtellt zu werden, kamen, der Gräfin Baillou ihren Gegenbeſuch zu machen.
Allein die Gräfin Baillou nahm in ihrem Gaſthof die Beſuche der Damen ebenſo wenig an, als ſie in ihrer Loge die Beſuche der
Herren hatte annehmen wollen. Nun ſchrieb ſie an alle dieſe Damen
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