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hatte dazu Einladungen an die ganze hohe Ariſtokratie von Wien geſandt, und überall waren dieſelben angenommen worden. 2
Und doch lebte die Gräfin Balllou erſt ſeit einigen Wochen in Wien, doch war ſie mit Niemand von der hohen Ariſtokratie ver⸗ 6
wandt, und niemals hatte man in dieſen hohen Kreiſen früher ihren il Namen vernommen. Aber ſie war nach Wien gekommen, ausgeſtattet ſt
mit zwei Dingen, welche ihr die Salonthüren der hohen Ariſtokratie i geöffnet hatten, ausgeſtattet mit Empfehlungsbriefen und Gold. Ihre herrliche Equipage, ihre Lakayen in den goldbetreßten Livreen, ihre 3
eigene glänzende Toilette, und endlich ihre große Schönheit hatten die Augen der vornehmen Welt ſchon gefeſſelt, noch bevor die Gräfin 1 ihre Empfehlungsbriefe abgegeben.
Man hatte im Augarten ihre glänzende Equipage bemerkt, man hatte Abends im Theater das Flimmern ihrer Brillanten und ihrer wundervollen ſchwarzen Augen geſehen, und die ganze Schaar dieſer( jungen Cavaliere des erſten Ranges richtete von ihren Logen aus ihre Perſpective auf die fremde, glänzende Dame, die da mit ſo viel Grazie und vornehmer Unbekümmertheit in dem Fauteuil ihrer ein⸗ ſamen Loge lehnte. Plötzlich ſahen ſie die Thür dieſer Loge ſich öff⸗ nen, ein junger Mann trat ein und näherte ſich der ſchönen Fremden, die ihn mit einem Lächeln empfing, welches zwei Reihen blendend weißer Zähne blicken ließ. Ein Ausruf der Ueberraſchung ertönte von den Lippen der Cavaliere, die da drüben in der großen Loge verſammelt und deren Perſpective noch immer auf die Fremde gerichtet waren. Sie Alle erkannten jetzt den jungen Mann, der zu der Dame eingetreten.
Es war der Graf Podſtadzky Liechtenſtein, der ſchönſte, reichſte, übermüthigſte Cavalier des Kaiſerhofes, von deſſen Verſchwendung, Leichtfertigkeit und Unwiderſtehlichkeit ganz Wien ſich die wunder⸗ barſten Dinge erzählte, und der, ſeit einigen Monaten von großen Reiſen zurückgekehrt, in Wien ſeinen Aufenthalt genommen. Seitdem war der junge Graf Podſtadzky, der einzige Sohn einer der vornehm⸗ ſten Ariſtokratenfamilien, der einzige Erbe des alten Grafen Pod⸗ ſtadzky, welcher beim jungen Kaiſer in hohem Anſehen ſtand, das bewunderte Vorbild aller jungen Cavaliere geworden, und ſie Alle hatten ſich beſtrebt, ihm nachzueifern. Als ſie daher den jungen Mann


