Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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obwohl ein Chriſt, doch ein guter Menſch iſt. Viel⸗ ihn von ſeiner Liebe zu heilen und ihn zur Behandle ihn alſo ſtrenge, oder beſſer noch, nimm ihn gar nicht mehr an! Du ſiehſt, Rahel, ich bin nicht immer ſo ſchlecht, Dich zur Coquetterie verleiten zu wollen, und ich

bitte ſelbſt für den armen, kleinen Geheimſecretair Günther. Armer,

junger Menſch! Er hat den Anblick der Sonne nicht ertragen können,

und ſeine Augen ſind ihm daran geblendet worden! Es iſt alſo

beſſer, ihn die Sonne nicht mehr ſehen zu laſſen und ihn ſo zur Ver⸗

nunft zurückzuführen. Alſo, es iſt abgemacht, der Kabinetsſecretair

Günther wird nicht mehr angenommen!

Er nickte ſeiner Tochter noch einmal lächelnd zu und ging dann eilig hinaus.

Rahel ſchaute ihm, wie erſtarrt vor Schreck, mit weit aufgeriſſenen Augen nach, bis ſein Schritt in der Ferne verhallte. Dann aber ſank ſie wie zerſchmettert auf ihre Kniee nieder, und ihre Hände vor ihr Antlitz ſchlagend, flüſterte ſie mit verzweiflungsvollem Schmerz: oh mein Gott, ich ſoll ihn nicht mehr ſehen! Ich ſoll ihn aufgeben und verlaſſen, ihn, den ich liebe, den ich ewig lieben werde!

Schluchzen erſtickten ihre Stimme, und in dem mit ſo viel Pracht und Reichthum ausgeſtatteten Zimmer vernahm man nur noch das tiefe Klagen, die bangen Seufzer der ſchönen Rahel, der Tochter des reichen Juden Eskeles Flies, die ſich arm und elend fühlte, trotz der Millionen ihres Vaters!

zugleich, weil er, leicht iſt's noch Zeit, Beſonnenheit zurückzuführen.

IV. Die Gräfin Baillou.

Die ſchöne Gräfin Baillou gab heute in dem Höôtel, das ſie ſich auf der langen Straße zu Wien gekauft hatte, ihr erſtes Feſt. Sie