Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

adzkh raiſer tten, gult,

nken,

lahel Aber

ſeine mit

hier r es mer⸗

der cchen lſt, eeſen

117

es von Dir, daß Du dem Grafen die erflehete Zuſammenkunft be⸗ willigſt und ihm eine Stunde beſtimmſt, in welcher Du ihn hier in Deinem Zimmer empfangen willſt. Aber es muß eine Tagesſtunde ſein, unter dem vollen Glanz der Sonne und des Lichtes kann meine Tochter den Grafen Podſtadzky Liechtenſtein empfangen, denn Rahel Eskeles Flies hat nicht nöthig, den Tag zu ſcheuen und ihr Thun zu bergen unter dem Schleier der Nacht!

Ich werde thun, was Du befiehlſt, ſagte Rahel ſeufzend, obwohl ich Dir geſtehen will, mein Vater, daß mein Herz bangt, und ich wünſchte, wir begnügten uns, den Grafen einfach von unſerer Thür zu weiſen und ihn niemals wieder die Schwelle unſeres Hauſes über⸗ ſchreiten zu laſſen.

Damit er vielleicht lachend ſeinen Kumpanen und ariſtokratiſchen Freunden erzählt, die ſchöne Rahel liebe ihn, und ihr Vater habe ihm einige Millionen geboten, wenn er ſie zu ſeiner Gemahlin mache, er aber habe ſein adlich Wappen nicht beſchmutzen wollen und ſei deshalb fortgeblieben aus unſerm Hauſe? Oh, ich kenne ja dieſe Verleumdungen, welche dieſe ſtolzen Chriſten allzeit bereit haben, wenn es gilt, ſich an einem Juden zu rächen, und deshalb, Rahel, muß ganz Wien wiſſen, daß ich es bin, welcher den Grafen Podſtadzky verachtet. Thue alſo dies Mal meinen Willen, Rahel, ich befehle es Dir nicht mehr, aber ich bitte Dich darum: ſchreib' dem Grafen, daß Du ihm eine Zuſammenkunft bewilligſt, gieb ihm eine Stunde an, wann er kommen ſoll!

Damit er meinen Brief ſeinen Freunden zeige? fragte Rahel. Damit er die Welt glauben mache, ich habe ihn geliebt, und deshalb habeſt Du ihm gezürnt? Iſt es durchaus Dein Wille, daß er hierher komme, ſo werde ich hinſchicken und ihn mündlich einladen. Meine alte treue Amme ſoll hingehen, ſie kennt mein Herz und wird nichts Schlimmes von ihrer Rahel denken, ſelbſt wenn dieſe den Grafen Podſtadzky zu ſich einladen läßt.

Warum willſt Du nicht das Kammermädchen hinſenden, das Dir den Brief des Grafen gebracht hat?

Weil ich ſte ſofort ihres Dienſtes entlaſſen und ſte verabſchiedet habe, mein Vater!

Das war es, was ich hören wollte, ſagte ihr Vater lächelnd.