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zärtlich an ſeine Bruſt. Nein, mein Kind, ich überſchätze Dich nicht, ſagte er innig. Du biſt wirklich ſchön, reizend, anmuthig und geiſt⸗ reich. Es iſt nicht bloß mein Vaterauge und mein Vaterherz, das Dich dafür hält, ſondern ganz Wien ſagt es, ganz Wien ſpricht von der ſchönen Rahel, der Tochter des reichen Eskeles Flies!
Still, mein Vater, ſtilll Oder willſt Du, daß Deine Tochter ein eitles, hochmüthiges Geſchöpf werde?
Ich will, daß meine Tochter ſich ihres Werthes bewußt ſei, und daß ſie ihre Vorzüge gebrauchen lerne!
Gebrauchen? Und wozu? fragte Rahel verwundert.
Dazu, meine Tochter, daß Du das Glück Deines Vaters voll⸗ ſtändig machſt, und ihm hilfſt ſeine Rache an den hochmüthigen, ſtolzen Chriſten zu vollenden! Oh, mein Kind, Du weißt es nicht, welch ein ſtolzes Gefühl befriedigter Rache mein ganzes Weſen durch⸗ glüht, wenn ich Dich ſehe, umſchwärmt von Grafen und Baronen, die ſich um Dich drängen, und ſich ehrfurchtsvoll beugen vor Deiner Schönheit und den Millionen Deines Vaters. Rahel, gebrauche Deine Schönheit und Deinen Geiſt, um zu machen, daß alle dieſe vornehmen Herrn als Deine überwundenen Sclaven zu Deinen Füßen liegen, und dann ſchreite mit verächtlichem Fuß über ſie hin, und gönne mir das Glück all' dieſen demüthig Werbenden zu ſagen: „meine Tochter iſt eine Jüdin und will eine Jüdin bleiben, und nie⸗ mals wird ſie ſich herablaſſen eines Chriſten Weib zu werden, denn ſie verachtet die Chriſten, wie Ihr die Juden verachtet, wenn ſie nicht reich ſind!“— Gönne mir einen ſolchen Tag des Triumphes, meine Tochter, und dann fordere von mir was Du willſt, ich will es Dir gewähren, und ſollte ich die Sterne vom Himmel herniederziehen!
Rahel antwortete nicht; ihr Haupt ruhte noch immer an ihres Vaters Bruſt; er ſah nicht, daß die Thränen in hellen Strömen aus ihren Augen floſſen, aber er fühlte, daß ein krampfhaftes Zittern ihre ganze Geſtalt erſchütterte, 5 etnem Ausruf des Schreckens hob er ſte empor und trug ſie zum ivan hin. Sie ließ es geſchehen, daß er ſie ſanft auf denſelben niederdrückte, daß er ſich neben ſie ſetzte, und leiſe ſeinen Arm um ihren Nacken ſchlang, um ſie wieder an ſein Herz zu ziehen.
Warum weinſt Du, Rahel? fragte er leiſe und angſtvoll. Sage


