Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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l ſcch an Ueberlaß den Andern die Rache, mein Vater, ſagte Rahel mit hh beſſer, zitternder Stimme. Die Rache iſt ein ätzendes Gift, deſſen Berührung lde, und ſchon krank macht, und das Glück tödtet. Gönne uns unſer Glück, Bedürf⸗ mmein Vater, laß uns beſſer ſein, als dieſe ſtolzen Chriſten, die uns er Reich⸗ wie Du ſagſt, unſere Naſen, unſer ſchwarzes Haar und unſere kleinen

Eigenthümlichkeiten nicht verzeihen können, und ſich darüber ärgern, em leiſen daß wir reich ſind.

glücklich Ja, rief ihr Vater lebhaft, ſie ärgern ſich über unſern Reichthum! re Chre. Das iſt meine Genugthuung, deshalb umgebe ich Dich und mich mit gen ſich fürſtlichem Luxus, deshalb habe ich ein Hotel, reich galonirte Lakayen, iſt ſein eine glänzende Tafel, eine prachtvolle Equipage, deshalb führe ich e haben den Haushalt eines großen Herrn, denn ſie ärgern ſich über unſern denn er⸗ Reichthum! Sie ärgern ſich, daß der Jude Eskeles Flies mehr Geld den Weg hat, wie ſie, und daß er es mit vollen Händen zum Fenſter hinaus 3 Talent wirft; aber er weiß, daß es immer verdoppelt wieder zur Hinterthür en Hand herein ſchlüpft, während, wenn die faulen Grafen es zum Fenſter ſo tanzen hinausſchmeißen, es nicht wieder kommt, weil ſie zu ſtolz ſind zu

arbeiten, und neues Geld zu verdienen! Sie ärgern ſich, daß, wenn ſie in Noth ſind, der Jude ihnen Geld leiht, und mit ihren Wechſeln und ihren Verſchreibungen ihre Ehre in ſeine Judentaſche ſteckt. Sie ärgern ſich, daß er glänzende Diners giebt, und doch kommen ſie, wenn er ſie einladet, denn ihren lüſternen Gaumen behagen die herrlichen Weine und die ſeltenen Speiſen, die der Jude ihnen vorſetzt, und die er ſelber oft mit königlicher Verachtung an ſich vorübergehen läßt, weil das Geſetz ihm verbietet davon zu eſſen. Und ſie ärgern ſich jetzt am Meiſten darüber, daß der reiche Jude Eskeles Flies außer ſeinem Geld noch einen Schatz beſitzt, der mehr werth iſt, als alle Millionen der Welt, eine junge, ſchöne und geiſtreiche Tochter!

Oh, rief Rahel erröthend, jetzt, mein Vater, habe ich wohl ein

d5 und Recht zu ſagen, daß Du in der Lebhaftigkeit Deines Gefühls über⸗

griſen rreibſt! Vorher durfte ich es dente, jetzt darf ich 8s ſagen:

iin, die Du gehſt zu weit, mein Vater, zu weit im Tadeln, wie im Loben.

uhler, Der Haß und die Liebe haben Deine ſonſt ſo klaren und riefblicenden die wir Augen ein wenig verblendet; Du unterſchätzeſt die Chriſten, und Du 1Haß überſchätzeſt Deine Tochter!

den 3 Ihr Vater zog ſie in ſeine Arme und drückte ihr ſchönes Haupt

Kaiſer Joſeph. 3. Abth. II. 8 4 8.