Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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kann ich meines Hauſes betrete, iſt mein erſter Gang immer zu Dir! Und und ich heute, Rahel, komme ich als Freudenbote! l ihrem Rahel hob ihr Haupt von ſeiner Bruſt empor, und ſah ihm ter ver⸗ fragend in das lächelnde Angeſicht. Als Freudenbote? fragte ſie. Glauben Betrifft Deine Botſchaft uns Beide? es alſo Nicht uns Belde allein, Rahel, ſondern unſer ganzes Volk! r, denn Sieh mich an, meine Tochter, und ſag' mir, ob Du keine Veränderung unter⸗ an mir findeſt? e Seele Rahel trat zurück und überſchaute lächelnd die große ſtolze Ge⸗ werfen ſtalt ihres Vaters. Nein, ſagte ſie, das iſt daſſelbe energiſche aus⸗ h denn drucksvolle Angeſicht, dieſelbe mächtige Geſtalt, derſelbe Blick, daſſelbe unter⸗ gütige Lächeln, und auch dieſelbe gewohnte Toilette ſogar. Doch nein, da ſeh' ich eine Veränderung. Du haſt das gelbe Band, das zte ihn Zeichen der Schmach vergeſſen, das der Jude um ſeinen Arm tragen muß. iu zu⸗ Der Kaiſer hat es von meinem Arm gelöſt, Rahel, von dem Arm unſers ganzen Volkes. Wir ſollen nicht mehr gezwungen ſein, als panzete, Abzeichen ein gelbes Band, oder gelbe Aermel zu tragen. Die m ihrer Schmach der Jahrtauſende will der Kaiſer von uns nehmen, und 84 werde auch für die Juden ſoll es fortan Menſchenrechte geben! Der Kaiſer iſt ein edler, großmüthiger Monarch, rief Rahel mit nz ehe lendem Angeſicht. 36 Dacun ds 3 hoht h, wir ſind ſo tief hinabgeſtoßen in die Abgründe der zund der Verachtung, ſagte ihr Vater düſter, ſo tief, daß Arme chon G oßmuth erſcheint, wenn man uns einen Finger darreicht, dunn an den uns ein wenig aufrichten können, um nicht ganz zu verſinken in unſ Elend. Der Kaiſer will ein wenig wieder gut machen von dem Uebel, das man uns hier, wie aller Orte, zugefügt! Wir ſollen daupt, nicht mehr nöthig haben, das gelbe Band, das bisher den Juden Ralcl kenntlich machte, zu tragen! Aber wozu braucht's auch des gelben Rahe Bandes für die feinen chriſtlichen Augen. Sie werden uns doch er⸗ . kennen, denn der Kaiſer, der uns die gelben Bänder nimmt, kann uns n ein doch die langen Naſen und das ſchwarze Haar, und alle die kleinen

Züge, an denen die chriſtliche Liebe den Juden erkennt, nicht ab⸗ operiren!

Und mögen ſie uns immerhin erkennen, ſagte Rahel lächelnd, aiſer wird's nicht dulden, daß ſie uns verſpotten und uns um