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muthig hingeſtreckt auf dem Divan von dunkelgrünem Sammet, wie ein Schwan, der ſich im Grün des Ufers gebettet hat. Ihr voller weißer Arm, von dem der weite weiße Spitzenärmel herabgeſunken war, ruhte auf der Seitenlehne des Divans, und in die aufgeſtützte Hand hatte ſie ihr Haupt gelehnt, von dem in langen Locken das ſchwarze, glänzende Haar niederrieſelte auf ihren vollen Hals und die ſchönen üppigen Schultern. In ihrer Rechten hielt ſie einen Brief, auf den ihre geſenkten Augen gerichtet waren, und ein wundervolles
Flie, ſüßes Lächeln umſpielte ihre feinen purpurrothen Lippen, während deriſch ſie las. war 1 Als ſie zu Ende geleſen, ließ ſie langſam die Hand mit dem Lurus Brief in ihren Schooß niederſinken, und das Haupt ein wenig rück⸗ Nahel wärts neigend, ſchlug ſie, in ſinnende Betrachtungen vertieft, ihre blickte ſtrahlenden ſchwarzen Augen zur Decke empor. ungab. Oh, mein armer, geliebter Freund, flüſterte ſie leiſe, er hofft nliſchen Alles von der Großmuth des Kaiſers. Er jauchzt der Zukunft ent⸗ le, die gegen, als ob ſie im Stande wäre uns glücklich zu machen! Uns ln, ein glücklich zu machen! Kein Kaiſer kann das, denn wo iſt das Land ze und der Welt, in dem eine Jüdin das Weib eines Chriſten werden darf? hmuck⸗ Auch der edle Kaiſer Joſeph wird nicht ſo weit gehen in ſeiner To⸗ e koſt⸗ leranz, er wird die Feſſeln der Schmach vielleicht von uns nehmen, ihr die Kber er wird uns den Chriſten nicht gleichſtellen! Und ich darf nie⸗ ehänge, mals daran denken, auf andere Weiſe dieſe Schranke wegzureißen, immer welche mich von meinem Geliebten trennt! Es würde meinen Vater ſe oder tödten, wenn ſeine Rahel eine abtrünnige Tochter ſeines Volkes würde. Nein, nein, nie darf das geſchehen! Beſſer iſt es, meine eigene Liebe oilette; zu tödten, als die Mörderin meines Vaters ſein! Oh, mein armer uc, den Vater, und ach, mein armer Geliebter! Euch Beiden allein gehört „Auge, 1 mein Herz, und doch werde ich dem Einen entſagen müſſen, um dem Zähne 8 Andern meine Liebe zu beweiſen! Wem aber, wem ſoll ich entſagen? hervor. Sie ſchwieg und blickte träumeriſch ſinnend empor, aber immer he der höher glühte ihre Wange auf, immer feuriger blitzte ihr Auge, immer immer ſtürmiſcher wogte ihr Buſen, und nicht mehr im Stande in ſo ruhiger Hoheit friedlicher Stellung zu verharren, ſprang ſie, leicht wie eine Gazelle, von dem Divan empor und ſchüttelte hochaufathmend ihr Haupt, daß
die Locken, Was die Todtenvögel, ihr Antlitz umflatterten.


