Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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ſch ab⸗ Freundes. Brechen Sie endlich dieſes fürchterliche Schweigen, das nſelben mich, das alle Ihre Verehrer und Diener ängſtigt wie ein großes Unglück. Sagen Sie uns wenigſtens, was Ihnen fehlt!

gebung Mir fehlt gar nichts, ſagte Kaunitz mit ernſter, feierlicher Stimme. ſer Er⸗ Durchlaucht, rief Binder kühn, dies iſt das erſte Mal, daß Ihre n Tode Lippen ſich zu einer Unwahrheit öffnen. Es fehlt Ihnen etwas! Ich nur mit ſehe es an Ihren bleichen Wangen, an Ihrer unthätigen Ruhe und en ver⸗ endlich an dieſen Thränen, die noch nicht auf Ihren Wangen ge⸗

Tagen trocknet ſind! Fürſt Kaunitz machte eine unwillige Bewegung und wandte ſein

Tagen

3 Haupt langſam zu dem hinter ihm ſtehenden Freunde um. mmel⸗ Habe ich Ihm erlaubt, mich zu beobachten und an meinem Be⸗ te das tragen zu deuteln? fragte er mit ſtrengem, eiskaltem Ton. Steht es mand, Euch kleinen, erbärmlichen Seelen zu, den Schmerz und das Leiden ür gar einer großen Seele ermeſſen und verſtehen zu wollen? Behaltet Ihr er hin, Eure Schmerzen für Euch, heult und ſchreit ſte in die ganze Welt e vor⸗ aus, wenn es Euch Spaß macht, und Ihr Troſt findet an dem Ge⸗ enſtern ſpötte der Welt, aber mir laßt die Freiheit auch meine Schmerzen wei⸗ für mich zu haben, und zu ſchweigen. Ich bedarf keines Tröſters.

Gehen Sie alſo an Ihre Arbeit, und ſchließen Sie dort die Thür

deben⸗ zu Ihrem Arbeitszimmer, denn ich liebe es nicht, ein paar ſpionirende Binder Augen auf meinem Antlitz zu wiſſen. Gehen Sie! dangen— Durchlaucht, wagte Binder zu ſagen, meine Augen haben nicht Ver⸗ ſpionirt, ſondern mein Herz, und—

er Herr Staatsreferendar von Binder, unterbrach ihn Kaunitz, Sie 16 in. ſind nicht hier, um von Ihrem Herzen zu ſprechen, ſondern um Sich 4 mit den Staatsangelegenheiten zu beſchäfti n! Gehen Sie alſo an dunn Ihre Arbeit! gleic⸗ Herr von Binder ſeufzte tief auf, und ſchlich langſam durch das en ein- Cabinet nach ſeinem Arbeitszimmer hin. 3 64 Thür zu! ſagte Kaunitz gebieteriſch, und gehorſam dem Befehl leicht ſchloß Herr von Binder die Thür des Nebenzimmers.

Fürſt Kaunitz war nun wieder allein. Sein Geſicht nahm wieder 1

ſeine kalte ſteinerne Ruhe an, grade aufgerichtet und unbeweglich wie 1

eein Marmorbild ſaß er wieder auf ſeinem Fauteuil und ſtarrte in das Leere. 9

hreiten ürſten. laucht, 5 und 3