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Potemkin! ſchrie Katharina entſetzt zurückweichend. Willſt Du mich zerſchmettern?
Und wenn ich es thäte? rief er zähneknirſchend. Wäre es nicht eine wohlverdiente Strafe für Deinen Verrath und Deinen Treubruch! Bin ich nicht berechtigt das Weib zu richten, und zu ſtrafen, der ich mein Leben, meine Seele, mein Herz geopfert habe, und die mich vafür verrathen, verleumdet und beſchuldigt hat, nicht in's Geſicht, nicht Stirn an Stirn, wie es großen Seelen geziemt, ſondern hinter meinem Rücken, heimlich und im lichtſcheuen Dunkel. Aber zittre, Du treuloſes, verrätheriſches Weib, die Stunde des Gerichts iſt ge⸗ kommen, und ich bin Dein Richter! Und ich will Dich zerſchmettern mit meinem Zorn, und will Rache nehmen für alle Qualen, die Du mich da, hinter dieſer Tapete, in einer Viertelſtunde haſt erdulden laſſen. Antworte mir alſo, ich will es, ich befehle es Dir, warum haſt Du das Beil nicht niederfallen laſſen, das Du Deinem Henker Orloff in die Hand gegeben? Sieh mich an, und antworte mir, ich will es, ich befehle es!
Wieder ſtampfte er wild mit dem Fuß auf den Boden, und wie Donner rollte ſeine Stimme durch den Raum.
Katharina, wider ihren Willen„ſeinem Befehl“ gehorchend, hob ihren Arm zu i empor, und ſchaute in ſein glühendes Antlitz. Sie ſah dieſe hoh⸗ ölkte Stirn, die großen wetterleuchtenden Augen, dieſe grollenden purpurrothen Lippen, dieſe hohe, athletiſche Geſtalt, und ein Gefühl grauſigen Entzückens, ſeltſamer Wonne überkam ſie., e Vergeſſen war ihre Angſt, ihr Entſetzen, ein ſüßes Beben durch⸗ 2,zhe ſchauerte ihre ganze Geſtalt, und nicht achtend der drohenden Fauſt, die ſich gegen ſie erhoben, rief ſie laut: Oh Alexandrowitſch, wie ſchön 4 Du biſt! Wie ein zürnender Gott ſtehſt Du vor mir, und ich bete Dich an in Deiner Mannesſchönheit!
Und ſtrahlend vor Entzücken legte Katharina ihre beiden Arme um Potemkins mächtige Geſtalt, und lehnte ihr Haupt an ſeine Bruſt.
Potemkin ſtand noch immer da mit erhobenen Armen, drohend und zornerfüllt.—
Warum läßt Du Deine Arme nicht niederfallen, flüſterte Katharina, warum zerſchmettert mich nicht Deine Rieſenhand? Sieh, ich fürchte nicht, ich bin bereit den tödtlichen Schlag zu empfangen Oh,


