Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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grade an ihr vorüber und ſchritt durch das Cabinet nach der Thür hin, durch welche Katharina eben eingetreten war. Mit einer raſchen Bewegung ſeiner Hand drückte er die Thür zu, verſchloß ſte, zog den Schlüſſel heraus, und ſteckte ihn in ſeine Taſche.

Katharina, welche ihm mit entſetzten Blicken nachgeſchaut hatte, zuckte zuſammen wie im tödtlichen Schreck, und ließ ihre Blicke ſuchend, hülfeflehend im Zimmer umhergleiten! Nirgends ein Ausweg, eine Rettung, jeder Weg zur Flucht abgeſchnitten! Sie war allein mit Potemkin, ganz allein!

Kein Wort war bis dahin von ihnen geſprochen worden, und grauenvoller und entſetzlicher, als alle Worte es vermocht hätten, ſprach dieſes Schweigen zu dem Herzen der Kaiſerin, mehr beängſtigte es ihre Seele, als die lauteſten Vorwürfe es vermocht hätten.

Aber jetzt brach Potemkin dieſes Schweigen und dieſe fürchterliche Stille. Und ſich der Kaiſerin grade gegenüber ſtellend und ſte an⸗ ſtarrend mit den zornigen Blicken, ſagte er mit lauter, höhniſcher Stimme:„Wenn Potemkin den Frieden Ihres Gemüthes ſtört, befehlen Sie, und er ſoll augenblicklich verſchwinden, und Sie ſollen nie wieder von ihm hören!“

Oh, rief Katharina entſetzt, er hat gehorcht, eer weiß Alles!

Ja, er weiß Alles, ſagte Potemkin lachend. Dank dem Schlüſſel, den Katharina mir gegeben, kam ich hierher, und hinter der Tapete da verborgen, hörte ich Alles, hörte ich, wie Orloff der Kaiſerin ſeine Henkersdienſte anbot. Warum nahmſt Du ſie nicht an? Warum willigteſt Du nicht augenblicklich ein, mich verſchwinden zu laſſen? Du haſt das Beil in ſeine Hand gelegt, mit welchem er mich treffen ſoll, warum ließeſt Du es nicht ſogleich niederfallen?

Er war zu ihr herangetreten, und ſo dicht näherte er ſein flammen⸗ des Antlitz dem ihrigen, daß ſte den Athem ſeines Mundes wie eine glühende Kohle auf ihrer Stirn brennen fühlte.

Ich frage Dich noch einmal, rief er wüthend mit dem Fuß den Boden ſtampfend, warum ließeſt Du das Beil Deines Henkers nicht niederfallen auf mein Haupt? Antworte mir, ich will es! z⸗ worte mir! fin

Als Katharina immer noch ſchwieg, ſtreckte er den Arm ſch und ſeine Fauſt hob ſich drohend gegen ihr Haupt auf.

Setr⸗

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