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vor den Stürmen, die täglich und ſtündlich mein armes Haupt um⸗ brauſen!*) Willſt Du das thun, Gregor, willſt Du mich retten?
Sie lehnte ihr ſtolzes Haupt auf ſeine Schulter und ſchaute zärtlich flehend zu ihm auf.
Sie wiſſen es, Majeſtät, daß ich Ihr Sclave bin, rief Orloff glühend. Mein Leben ſteht in Ihrer Hand. Wenn Potemkin den Frieden Ihres Gemüthes ſtört, befehlen Sie, und er ſoll unverzüglich verſchwinden, Sie ſollen nie mehr von ihm hören! Aber, Madame, bei meinem Character und meinem Ruf mich mit Hofränken einzu⸗ laſſen, die Freundſchaft eines Menſchen zu ſuchen, den ich als Mann verachten und zugleich als den Größten im Staat betrachten muß, verzeihen Ew. Majeſtät, wenn ich dieſen Auftrag ablehne!
Gregor, Du willſt alſo meinen Wunſch nicht erfüllen? rief Ka⸗ tharina, in Thränen ausbrechend. Grauſamer Mann, ſo gehe denn, und laß mich allein mit meinen Schmerzen!
Ew. Majeſtät wollen es, ich gehe alſo, ſagte Orloff, indem er ſich tief verneigte und das Zimmer durchſchritt.
Katharina ſtieß einen tiefen Seufzer aus und ſank wie zerbrochen auf einen Fauteuil nieder.
Dieſer Seufzer indeß ſchien beredter als alle Worte Orloff zurück⸗ zurufen. Schon an der Thür angelangt, wandte er ſich um und kehrte zu d der Kaiſerin zurück.
Veinen Sie um Potemkin, Madame? fragte er, Sie wiſſen ohne hue daß er keine wahre donüraliſhte an Sie hat, und überall nur ſein eigenes Intereſſe zu Rathe zieht, daß er nur für die Liſt ein überlegenes Talent beſitzt, daß er ſich verene Ew. Majeſtät allmälig von den Geſchäften abzulenken und in einen Zuſtand trunkener Sicher⸗ heit einzulullen, um ſich ſelbſt mit der höchſten Gewalt zu bekleiden.
Orloff, ſchone mich, höre auf! bat Katharina, die Hände flehend zu dem Grafen erhebend.
Aber Orloff, ungerührt von ihren Thränen, fuhr lauter und heftiger fort: Potemkin hat Ihrer Flotte weſentlich geſchadet, Ihr Heer zu Grunde gerichtet, und was noch ſchlimmer iſt, Ihren Ruf in den Augen der Welt erniedrigt und die Liebe Ihrer getreuen Unter⸗
*) Der Kaiſerin eigene Worte.


