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ſondern als die Katha⸗ rina, welche Dich einſt ſehr geliebt hat, ich bitte Dich, Gregor, ſage nicht Nein zu dem, was ich Dir jetzt vorſchlagen will! Gieb Deine Einwilligung, daß unſer Sohn Baſtle Bobrinsky die Gräfin Alexandra, Potemkin's Nichte, heirathe!
Niemals, rief Orloff mit donnernder Stimme, indem er grimmig
ich ſpreche nicht zu Dir als Deine Kaiſerin,
aufſprang, wie ein verwundeter Stier. Niemals, ſage ich, werde ich einwilligen, daß mein Baſtard die Dirne eines ſo verächtlichen Thoren als Potemkin heirathe!*) 1
Katharina richtete ſich von ihrem Ruhelager empor, aber nicht im Zorn, ſondern ruhig und ſanft, und faſt mit der Unterwürfigkeit eines liebenden Weibes.
Du willſt mir dieſen meinen Lieblingswunſch nicht gewähren? Gregor? fragte ſte wehmüthig.
Ich kann nicht, Katharina, ich kann nicht, rief der Graf wild. All' mein Blut empört ſich ſchon bei dem Gedanken, daß mein Sohn der Verwandte Potemkin's werden könnte. Nein, nein, kein Band der Liebe ſoll jemals meine Hand feſſeln, daß ſie, wenn ſte es ver⸗ mag, nicht wie ein Beil niederfällt auf den Nacken Potemkin's und ihm das Haupt von ſeinem Rumpf trennt!
Katharina legte zum zweiten Mal ihre Hand auf Orloff's Mund. Still, Du wilder Rieſengeiſt, ſagte ſie lächelnd, mußt Du nicht immer, wie Jupiter, Blitze ſchleudern und Titanen ſtürzen? Aber Du weißt wohl, daß Du mir ſo gefällſt, und daß ich Dich am meiſten liebte, wenn ich vor Dir zitterte. Ein Weib iſt nur dann ganz glücklich, wenn ſie ſich in ſchaudernder Ehrfurcht beugt vor einem wahren Manne. Aber welch' ein Triumph alsdann, dieſen Mann wieder in Liebe vor ihr ſich beugen und ihn gehorſam zu ſehen. Gönne mir heute dieſen Triumph, Gregor! Ich will Dir meinen Lieblingswunſch opfern, und Bobrinsky ſoll nicht Potemkin's Nichte Alexandra heirathen.
Seine Nichte, rief Orloff, ſag' lieber ſeine Geliebte!
So iſt es nicht, ſo falſch und treulos kann Potemkin nicht ſein, rief Katharina heftig.
) Orloff's eigene Worte, ſ. Raumer: Beiträge ꝛc. Th. V, S. 402.


