Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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Brillanten und Gold angefüllt waren, herausziehend und zur Erde ſchleudernd, daß ihr koſtbarer Inhalt weit im Zimmer umherflog, ſchien er mit zitternden Händen nach irgend etwas zu ſuchen. Jetzt hatte er es gefunden, jetzt drückte er an einer Feder, und ein verbor⸗ genes Schubfach that ſich auf.

Dieſes Schubfach enthielt nichts als einen Schlüſſel! Aber Po⸗ temkin nahm ihn mit einem Freudenſchrei, und ohne daran zu denken, die umhergeſtreuten Schätze, die vielleicht eine Million werth ſein mochten, wieder voꝛmn Boden aufzuſammeln, ſtürzte er wieder aus dem Schlafzimmer, vorwärts in ſein Cabinet, durch dieſes hindurch in ein dunkles, kleines Vorzimmer, dann über Corridore, Gänge und Treppen, vorwärts, immer vorwärts, athemlos, keuchend, aber vor⸗ wärts!.

Jetzt ſtand er am Ende eines langen, öden Corridors. Hier ſchien er am Ende ſeines Reichs angelangt, und dieſe öde, weiße Wand ſchien die undurchdringliche Mauer zu ſein, welche die von Potemkin bewohnte Eremitage von den Räumen des kaiſerlichen Winterpalaſtes trennte!

Aber da, ganz am äußerſten Ende dieſer Mauer befand ſich eine kleine, kaum bemerkbare Vertiefung. Potemkin ſenkte ſeine Hand in dieſe Vertiefung und drückte an einer Feder. Sofort ſchien ſich die Wand aufzuthun und eine Thür ſprang auf. Aber hinter dieſer Thür befand ſich abermals eine Thür, die Thür zu dem geheimen Gang, welcher von Potemkin's Wohnung gerade zu dem Winterpalaſt und zu den Gemächern der Kaiſerin führte.

Die Thür war verſchloſſen. Aber Potemkin hatte den Schlüſſel, welcher ſte öffnete.

Dank dieſem Schlüſſel ſprang er jetzt vorwärts durch die geöffnete Thür, weiter durch die öden Gänge und Gallerien. Und jetzt ſtand er vor der kleinen Thür, welche grade in die Gemächer der Kaiſerin führte!

Der Schlüſſel paßte auch zu dieſer Thür, und indem Potemkin ihn leiſe in das Schloß ſenkte, murmelte er: Ich bin gerettet! Ich werde ſtegen!

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