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Und möchte Preußen ganz und gar verdrängen und bei Seite ſchieben, nicht wahr?
Preußen, welches um die Gunſt der Kaiſerin buhlt, liebäugelt zugleich mit dem Großfürſten, es will ſich die Gegenwart und die Zukunft ſichern, und huldigt daher zwei Extremen, die ſich feindlich gegenüberſtehen. Es iſt ein Hauptplan des Königs von Preußen, die Kaiſerin mit dem Großfürſten zu verſöhnen, denn dadurch würde ſeine Partei für immer die herrſchende ſein. Ich weiß, daß noch geſtern Abend beim Miniſter Grafen Panin von dieſem Project die Rede war, und daß der Graf Görtz, der preußiſche Geſandte, die verſchiedenſten Vorſchläge zur Erreichung deſſelben machte.
Der preußiſche Geſandte war geſtern Abend bei Panin?
Nicht bloß geſtern Abend, ſondern auch ſchon heute morgen wie⸗ der, und von Panin kommend begab er ſich hierher zu Ew. Durch⸗ laucht, um Ihnen den ſchwarzen Adlerorden und einen Brief des Königs von Preußen zu übergeben.
Wahrlich, Ihre Spione ſind ſehr gut und genau unterrichtet, rief Potemkin verwundert.
Sie werden auch ſehr gut und pünktlich bezahlt, Durchlaucht, ſagte Cobenzl lächelnd.
Und was zum Beiſpiel ſchlug denn der Graf Görtz vor, um den großen Zweck einer Ausſöhnung zwiſchen der Kaiſerin und ihrem Sohn zu erreichen?
Graf Görtz meinte, man müſſe ſich vor allen Dingen nach mäch⸗ tigen Bundesgenoſſen umſehen; Panin, der Großfürſt und Graf Görtz ſelber ſeien wohl nicht im Stande gegen den Kaiſer Joſeph und Ew. Durchlaucht das Feld zu behaupten, man müſſe alſo zweierlei ver⸗ ſuchen. Erſtens: Gw. Durchlaucht ſelber für Preußen zu gewinnen mit Schmeicheleien, Verſprechungen und Orden.
Das hat man verſucht, das iſt wahr! rief Potemkin erſtaunk.
Ihre Spione ſind gut, wirklich ſehr gut! Weiter! Was wollte man zweitens verſuchen?
Zweitens wollte man einen mächtigen Bundesgenoſſen herbei⸗ rufen, und den Grafen Orloff bitten, ſeine Güter zu verlaſſen, und nach Petersburg zu kommen!
Potemkin ſprang auf, und den Grafen mit glühenden weitauf⸗
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