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nicht längſt errathen zu haben, und um nicht zu wiſſen, daß wir nur das Schlachtfeld verändert haben in dieſem großen Kampf gegen unſern Todfeind. Wir haben bis jetzt in Böhmen gekämpft um das bairiſche Erbe, jetzt ſetzen wir den Kampf in Petersburg fort, um die ruſſiſche Freundſchaft.
Aber hier hat Preußen bei weitem mehr Terrain, und nimmt beinahe das ganze Schlachtfeld ein, Sie werden hier alſo einen ſchweren Kampf gegen daſſelbe haben!
Wenn Ew. Durchlaucht auf unſerer Seite ſtehen, nein! Preußen hat Orloff, Panin und den Großfürſten, aber—
Und wer ſagt Ihnen denn, das Preußen nicht auch Potemkin für ſich hat? rief der Fürſt lachend. Sie ſehen ja, ich trage den preußiſchen Orden, weshalb alſo glauben Sie nicht, daß ich im Herzen auch ein Preuße bin?
Ich glaube das nicht, weil das ein politiſcher Fehler, eine mo⸗ raliſche Schwäche wäre, deren beider Ew. Durchlaucht nicht fähig ſind. Sie dürfen und können niemals auf der Seite ſtehen, wo Ihre un⸗ erbittlichen und unverſöhnlichen Feinde ſchon vor Ihnen geſtanden haben, das würde heißen, ſich in das feindliche Lager flüchten, ſeine eigene Schwäche eingeſtehen, und indem man um Beiſtand bettelt, ſich vor ſeinen Feinden demüthigen! Oh, Orloff, der es Ihnen niemals verzeihen kann, daß Sie es geweſen, der ihn aus der Gunſt der Kaiſerin verdrängt, und ihn geſtürzt hat, Orloff könnte keine größere Genugthuung haben, als Ew. Durchlaucht jetzt hinter ſich zu ſehen, in ſeine Fußtapfen tretend, und die Politik adoptirend, welche die ſeine iſt, und mit welcher er Sie bisher bekämpfte!
Orloff wird die Genugthuung niemals haben, rief Potemkin heftig.
Das iſt auch die Anſicht des Kaiſers, meines Herrn und darum grade hoffte er, daß Ew. Durchlaucht die Plane Oeſterreichs unter⸗ ſtützen werden.
Aber welches, ich frage noch einmal, welches ſind die Plane Oeſterreichs?
Oeſterreich wünſcht ſich die Freundſchaft und das Bündniß Ruß⸗ lands, das heißt, es möchte die Stelle einnehmen, welche Preußen hier bisher eingenommen.


