Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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4 ſich zurückgezogen auf ſeine Güter, wie die Spinne in ihr Netz. Aber er webt Etwas, ich weiß und fühle es, er webt ſein Netz, und denkt mich darin zu fangen! Was iſt's? Wo find' ich die Fäden dieſes 44*. Netzes? Oh hab' ich ſie erſt, ſo wär's ein Leichtes, ſie mit meinen Zähnen zu zerreißen, aber wo ſind dieſe Fäden, und wie ſind ſier

angeknüpft? Panin lächelt, wenn er mich ſieht, und verſichert mich ſeiner ewigen Freundſchaft. Wenn das der Graf Panin thut, ſo heißt das, er will mir die Augen verblenden, daß ich nicht ſehen kann, und glaubt ſich ſeinem Ziel ſchon ganz nahe. Der Großfürſt iſt freund⸗ lich und zärtlich gegen Panin, und ſcheint durch ihn ſich der Kaiſerin ſelbſt verſöhnt zu haben. Als ich geſtern im Salon der Kaiſerin an dem Großfürſten vorüberging ohne ihn zu grüßen, rief er mir einen Fluch nach, und nachher hörte ich, wie er ſich ganz laut zur Kaiſerin beklagte über das, was er meine Grobheit und Unverſchämtheit nannte. Und Katharina hörte ihn ruhig und lächelnd an, ſie zürnte ihm nicht

wegen ſeiner ungebührlichen Ausdrücke, ſie befahl ihm nicht zu ſchweigen, .. obwohl ſie ſah, daß ich in ihrer Nähe ſtand und jedes Wort hören * mußte. Das macht, Katharina zittert nicht mehr vor mir und ſie

hat keine Furcht mehr vor meinem Zorn. Aber ſie ſoll es büßen, beim ewigen Gott, ſie ſoll es ſchon wieder lernen vor mir zu zittern, und ſich zu beugen unter meinen Willen, ſie ſoll es fühlen, daß ſie

einen Herrn hat, und daß Potemkin dieſer Herr iſt! f Und jetzt flammten ſeine Augen, und er ſchwang ſeine geballte 1 Fauſt hoch empon, drohend, zum zerſchmetternden Schlag bereit.

Ja, ja, ich werde ſie demüthigen, murmelte er dann zwiſchen ſeinen feſt auf einander gepreßten Zähnen hervor, ich werde wie der Löwe dieſes Netz zerreißen, mit welchem die heimtückiſchen Spinnen mich einzufangen gedenken, aber dazu muß ich erſt dieſes Netz ſehen und wiſſen, wo die Fäden angeſponnen ſind! Oh, oh, iſt es nicht zum raſend werden, daß ich, Potemkin, vor dem ganz Rußland ſich in den Staub beugt, den alle Welt allmächtig nennt, daß ich zittere vor Spinngeweben und vor dieſen kleinen, jammervollen Schleichern, le ein Tritt meines Fußes zerſchmettern würde, wenn ſie es nicht ſtänden, wie die Mäuſe, immer von dannen zu huſchen, und in Mauſeloch zu kriechen, ſobald ſei meinen Schritt hören, und erſt .ͤ arzukommen, wenn ich ſchlafe, um an meiner Macht zu nagen.

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