Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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Potemkin, Potemkin, ſei alſo auf Deiner Huth, denn die feindlichen Mäuſe wachen, wenn Du ſchläfſt.

Er verſank wieder in ſich ſelbſt und ſtarrte mit großen düſtern Blicken in das Leere. Graf Panin beherrſcht in gewiſſem Grade noch immer das Ohr der Kaiſerin, ſagte er dann leiſe vor ſich hin. Sie hört auf ihn in allen politiſchen Angelegenheiten, und ihre Freund⸗ ſchaft zu dem alten König von Preußen iſt Panin's Werk. Er will dieſes Bündniß, er will die Freundſchaft Preußens, und Katharina ſtimmt ihm bei. Dies iſt der einzige Punkt, in dem ſie mit ihrem Sohn, dem Großfürſten, harmonirt; gleich ihm liebt ſie den König Friedrich; das iſt die Brücke, welche ſich Panin zwiſchen Beiden ge⸗ baut hat. Wie, wenn ich dieſe Brücke zerſtörte, wenn es mir ge⸗ länge, die Kaiſerin anderen Sinnes zu machen? Um Panin und durch ihn Orloff zu ſtürzen, müßte ich die Kaiſerin zu einer ganz neuen Politik beſtimmen, müßte ſie veranlaſſen, den entgegengeſetzten Weg einzuſchlagen. Auf dieſem entgegengeſetzten Wege würde ſie meinem Todfeind Orloff nicht begegnen, denn Orloff iſt preußiſch geſinnt, und er hält ſich deshalb fern vom Hof, weil der Oeſterreicher hier iſt. Oh, warum iſt dieſer Kaiſer Joſeph ein ſo ſtolzer und geiziger Mann, daß es unmöglich iſt, ſich für ihn zu intereſſtren! Wenn er zu mir käme, wenn er mir dieſen Vorzug vor allen andern Großen dieſes Reiches gewährte, er, der alle Einladungen ablehnt, und zu keinem der Großen in's Haus geht, wenn er bei mir eine Ausnahme machte! Ah, das wäre ein Triumph, den ich ihm mit all' meiner Macht und meinem Einfluß lohnen wollte. Aber er thut es nicht! Dieſer übermüthige Kaiſer wagt es mir zu trotzen, er verſchmäht meine Einladung, und durch dieſen Trotz drängt er mich mit Gewalt hin⸗ über auf die Seite des Königs von Preußen. Aber auf dieſer Seite finde ich Orloff und Panin und den Großfürſten, meine drei Tod⸗ feinde, welche Katharina mit Preußen verbinden. Ich kann ihre Politik nicht annehmen, denn das hieße, mich ihnen unterordnen; ich kann nur meinen eigenen Weg gehen, und auf dieſen Weg muß ich Katharina mit mir herüberziehen, damit ich ſie trenne von meinen Feinden. Wie fange ich es an? Was ſoll ich thun, was muß ich thun, um