Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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den

Potemkin ſtieß ſie Beide mit einer ſtummen Handbewegung fort, und ſchritt vorwärts. Sein braunes Haar, das lang und dicht war wie die Mähne eines Löwen, hing unordentlich und ſtruppig um fein ſchönes Antlitz nieder, hier und dort noch die Spuren der Daunen⸗ betten tragend, aus deſſen weichen Pfühlen Potemkin ſich erſt erhoben hatte; der vorn geöffnete Schlafrock ließ ziemlich unverhohlen die nachläſſige Unterkleidung ſehen, die mit Gold und Perlen geſtickten Pantoffeln bedeckten ſeine Füße, deren nicht ganz ſaubere Strümpfe ſchlotternd niederhingen, und einen Theil ſeiner kräftigen Waden ſehen ließen.

In dieſem harmloſen und koſtbaren Negligé näherte ſich der Fürſt der Thür des Vorſaals. Sofort öffneten die dienſtthuenden Officiere dieſe Thür, und riefen mit lauter Stimme: Se. Durchlaucht der Fürſt!

Dieſer Name ſchien auf einmal wie ein Sonnenblick die vom dreiſtündigen Warten ermüdeten Geſichter der Hunderte, die da im Vorſaal warteten, zu erhellen, und Generäle und Miniſter, Greiſe und Jünglinge, die höchſten Würdenträger, die Fürſten aus altadeligem

Geſchlecht, und die Herzöge und Fürſten, welche die allmächtige Laune

er Czarin vielleicht erſt geſtern geſchaffen, neigten ſich gleich demuths⸗

voll vor der hohen, ſtolzen Geſtalt des Mannes, der allmächtiger noch war als die Kaiſerin, weil er keinem Willen ſich beugte, während ſie vor Einem Willen doch ſich beugte, vor dem Willen Potemkin's!

Potemkin ging ſchweigend und ſtolz durch die Reihen ſeines Hofes dahin, hier und dort mit nachläſſigem Kopfneigen irgend einen General, einen einflußreichen Miniſter grüßend, und ſtolz an Andern vorüberſchreitend, die mit ſehnſuchtsvoll flehenden Blicken ihn an⸗ ſchauten und jeder ſeiner Bewegungen mit geſpannter Aufmerkſamkeit und der glühenden Hoffnung folgten, endlich doch noch von ihm be⸗ merkt zu werden.

Aber Potemkin ſchien heute wenig geneigt irgend Jemand zu bemerken, und auf irgend ein Geſpräch ſich einzulaſſen. Er nahm die Huldigung des Hofes wie eine ſchwere Regierungsſorge hin, der er ſich unterwerfen müſſe, und näherte ſich bald wieder der Thür ſeines Cabinets.

Iſt der Juwelier, den ich herbeſtellen ließ, da? fragte er den

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