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Niemand antwortete, nur die Thränen, welche in Lacy's und Roſenberg's Augen ſtanden, gaben die Antwort.
Joſeph ſtieß einen lauten durchdringenden Schmerzensſchrei aus, und ſeine Arme zum Himmel emporſtreckend, rief er: Oh Gott, Gott, Dein Wille geſchehe! Aber was ich leide, iſt unbeſchreiblich! Ich meinte, ich wäre bereit, alle Todespein zu ertragen, die es Gott ge⸗ fallen möchte, mir zu ſenden; aber dieſes fürchterliche Unglück über⸗ ſteigt Alles, was ich jemals gelitten habe!*)
Er ſank zurück auf ſein Lager, und lag ſtill und ſtarr da eine lange, lange Zeit. Dann auf einmal richtete er ſich wieder empor, und ſeine Stimme war wieder kräftig und voll, und ſein Auge hatte wieder Feuer und Glanz, und ſein ganzes Weſen zeigte wieder den Kaiſer und den Herrſcher, der vor allen Dingen ſich ſelbſt beherrſcht.
Man ſoll die Erzherzogin mit allen Ehren, wie ſie dieſe edle und erhabene Fürſtin verdient, beſtatten, ſagte er. Ihnen übertrage ich die Sorge, Roſenberg, daß das Leichenbegängniß mit allem Pomp geſchehe. Morgen ſoll die Leiche in der Hofkapelle ausgeſtellt werden, aber dann ſoll man ſich beeilen, ſie zur ewigen Ruhe in die Kaiſer⸗ gruft hinabzuſenken, damit in der Hofkapelle Platz werde für meine eigene Leiche!**)
Das war der letzte Befehl, den der Kaiſer ertheilte; von nun an war er nur noch ein armer, ſterbender Menſch, und nur Gott und ſeinem Volk galten ſeine letzten Gedanken.
Er ließ ſeinen Beichtvater an ſein Lager rufen und bat, ihm etwas aus dem Gebetbuch vorzuleſen, ein Sterbegebet!
Mit gefaltenen Händen hörte er zu, die großen Augen gen Himmel gewandt, aber plötzlich ſchien es, als wenn eine freudige Begeiſterung über ihn komme, und er begann laut die Worte des Gebetes mitzuſprechen.
„So bleiben nun Glaube, Hoffnung und Liebe!“ betete der Geiſtliche.
Der Kaiſer wiederholte die drei letzten Worte. Er ſprach das Wort Glaube mit tiefer Zuverſicht, das Wort Hoffnung leiſe und
*) Des Kaiſers eigene Worte. **) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe Huͤbner II. S. 491.
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