Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Groll gnirt! Volk ehmen be auf n, der 1. ſagt: ermiſſe kränkt ndank⸗ hicſel

Kaiſer

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Das Schickſal der großen Männer, die ihrer Zeit vorangehen, ſagte Lach, das Schickſal Aller, die Großes wollen, Großes erſtreben, und den Völkern neue Ideen des Glücks, der Aufklärung und der Geiſtesfreiheit bringen! Sie müſſen Alle ſterben als Märtyrer der Dummheit, des Uebelwollens und der Kleinlichkeit.

Ja, ein Märtyrer bin ich, ſagte Joſeph mit einem ſanften Lächeln, aber ſie werden aus meinen Gebeinen keine Reliquien machen.

Aber die Liebe zu Eurer Majeſtät werden wir als heilige Reliquie in unſerm Herzen tragen, rief Graf Roſenberg weinend.

Sie ſollen nicht weinen, ſagte Joſeph. Haben wir nicht ſchöne Tage der Treue und der Freundſchaft mit einander durchlebt, wollen Sie mir nicht auch jetzt noch Ihre Freundſchaft beweiſen, indem Sie mir ein heiteres Angeſicht zeigen? Sie vor allen Dingen, Roſenberg, Sie, welcher mir heute die letzte Freudenbotſchaft gebracht, das letzte Freudenlächeln auf meinem Antlitz geſehen hahen, als Sie mir meldeten, daß meine geliebte Nichte Eliſabeth meinem Franz eine Tochter ge⸗ ſchenkt hat. Oh, es iſt ſchön, eine Freude mit ſich in ſein Grab zu nehmen, und ſterbend eine neue Hoffnung aufblühen zu ſehen! Eliſabeth wird dereinſt Eure Kaiſerin ſein, liebt ſte, Ihr meine alten Getreuen, liebt ſie um meinetwillen, denn ich habe ſie geliebt, wie mein eigenes Kind! Man hat mir ſeit einigen Stunden ſchon keine Nachricht von ihr gebracht. Es geht ihr gut, nicht wahr?

Die beiden Freunde antworteten nicht, und ſenkten die Augen nieder.

Lacy, rief der Kaiſer, und jetzt fuhr wieder ein Ausdruck menſch⸗ lichen Leidens durch die vorher ſo verklärten Züge, Lach, warum weinen Sie? Sie ſchweigen, oh mein Gott, Sie ſchweigen? Roſen⸗ berg, ich beſchwöre Sie bei unſerer Freundſchaft, bei Allem, was Ihnen heilig und theuer iſt, ſagen Sie mir die Wahrheit: wie ſteht es mit der Erzherzogin Eliſabeth, mit meiner Tochter?

Er richtete ſich halb im Bett empor, und ſchauete in athemloſer Angſt auf den Grafen hin. Dieſer wagte es nicht, den Blicken des Kaiſers zu begegnen.

Die Erzherzogin Eliſabeth iſt ſehr krank, ſagte er leiſe. Die Entbindung hat ſte ſehr angegriffen. 2

Ah, ſie iſt todt, rief der Kaiſer, nicht wahr, ſie iſt todt?