Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Wort der Beruhigung und der Liebe. Er ſchrieb noch in den letzten Tagen mit eigener zitternder Hand Abſchiedsbriefe an ſeine Schweſtern, an den Fürſten Kaunitz, und an einige Damen ſeines nähern Um⸗ gangs, Briefe voll rührender Innigkeit und Zartheit, und unter⸗ zeichnete noch am ſiebenzehnten Februar achtzig Mal ſeinen Namen.

Aber jetzt fühlte er, daß ſeine Kräfte zu Ende, und als am Abend dieſes Tages ſeine Freunde Lacy und Roſenberg zu ihm kamen, um die Nacht bei ihm zu wachen, winkte er ſie mit der Hand dicht zu ſich heran an ſein Lager.

Es geht zu Ende, meine Freunde, ſagte er leiſe, die Lampe hat kein Oel mehr, ſie wird bald erlöſchen! Still! Weint nicht, ſagt mir heiter das letzte Lebewohl!

Heiter? fragte Lacy traurig, heiter, wenn wir Sie niemals wieder ſehen ſollen?

Der Kaiſer blickte ſinnend zur Decke empor. Wir werden uns wieder ſehen, ſagte er nach einer langen Pauſe. Nicht hier auf Erden, aber im Jenſeits. Oh, ich glaube an ein Jenſeits, ich hoffe auf ein Jenſeits! Muß es denn nicht ein Daſein geben, wo ich einigen Er⸗ ſatz ſinde für Alles, was ich hier auf Erden gelitten?

Und eine Strafe für diejenigen, welche Ew. Majeſtät leiden ge⸗ macht? fragte Graf Roſenberg düſter.

Ich habe Allen verziehen, ſagte der Kaiſer lächeld. Kein Groll und kein Unmuth iſt mehr in meinem Herzen, ich bin ganz reſignirt! Ich hatte die gute Abſicht und den redlichen Willen, mein Volk glücklich zu machen, ich zürne ihm nicht, daß es nicht annehmen wollte, was ich ihm geboten habe. Ich wünſchte, man ſchriebe auf mein Grab:Hier ruht ein Fürſt, deſſen Abſichten rein waren, der aber das Unglück hatte, alle ſeine Entwürfe ſcheitern zu ſehen. Ach, meine Freunde, der Dichter hat nicht Recht, wenn er ſagt: Et du trêne au cercueil le passage est terrible. Ich vermiſſe den Thron nicht, und fühle mich ganz ruhig, nur ein wenig gekränkt durch ſo viele Lebensplage, ſo wenig Glückliche und ſo viel Undank⸗ bare gemacht zu haben. Allein das iſt das ganz gewöhnliche Schickſal der Männer auf dem Thron!*)

*) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe Charakterzüge aus dem Leben Kaiſer Joſeph II. S. 23.

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