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175 ſchüchtern, das Wort Liebe aber rief er mit einer wahren, freudigen Inbrunſt.*)
Dann wieder ward er ganz ſtill. Die Gebete verſtummten. Der Kaiſer lag mit gefaltenen Händen bleich und unbeweglich da.
Einmal hörte man ihn leiſe ſagen: Herr, der Du mein Herz kennſt, Dich rufe ich zum Zeugen an, daß ich Alles, was ich unter⸗ nahm und befahl, aus keinen andern Abſtichten als zum Wohl und zum Beſten meiner Unterthanen meinte. Dein Wille geſchehe!**)
Dann wieder ward er ſtill, ganz ſtill.— Weinend, mit gefaltenen Händen, ſtand der Erzherzog Franz, Lacy und Roſenberg an ſeinem La⸗ ger. Der Kaiſer ſah ſie mit ſeinen großen, ſchon gebrochenen Augen an, aber er kannte ſie nicht mehr.
Aber dann wieder blitzte der Geiſt mit einem letzten Scheidegruß in ſeinen Augefauf und mit feſter Stimme ſagte er: Ich glaube meine Pflicht als Menſch und als Regent erfüllt zu haben!
Dann wandte er ſein Antlitz zur Seite.
Wieder herrſchte eine tiefe Stille. Auf einmal ward dieſe Stille unterbrochen von einem langen, ſchweren Seufzer.
Es war der Todesſeufzer Kaiſer Joſeph des Zweiten!——
Am 20. Februar 1790 ſtarb Kaiſer Joſeph. Aber ſein Geiſt ſtarb nicht mit ihm, er lebte und wirkte fort bis auf die heutigen Tage! Auch ſein Volk, welches ihn oft mißkannt, fühlte nach ſeinem Tode erſt, was es an ſeinem Kaiſer verloren, und wie ſehr er es ge⸗ liebt hatte.— Jetzt, da er todt war, da ſie ihm das Herz gebrochen, jetzt liebten ſie ihn und weinten um ihn. Die Dichter ſangen ihm ihre Klagelieder nach und mühten ſich ab, geiſtreiche Grabſchriften für den großen Märtyrer der Aufklärung zu machen. Die beſte und geiſtoollſte dieſer Grabſchriften iſt vom Fürſten von Ligne, und lau⸗ tet alſo:
Ce prince malheureux, dans ses vastes projets Pour fixer leur bonheur déplut à ses sujets. Esclave d'un devoir, que vit mal son génie
A créer, reformer, il consuma sa vie;
*) NRamshorn, S. 449. **) Hübner II. S. 502.


