Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Wagen, der im Waſſer verſank, auf den Kaiſer, der beſonnen und kühn in dem Moment, wo der Wagen ſich neigte, aus demſelben herausſprang.

Jetzt ſtand er auf ſeinen Füßen, jetzt fühlte er wieder Boden unter ſich; aber er war allein, Niemand von ſeiner Suite war mehr bei ihm. Sie Alle hatte der wilde Strom der Flucht, das wahn⸗ ſinnige Drängen und Schieben von ihm getrennt.

Der Kaiſer war allein, denn der Strom der Flüchtenden hatte jetzt eine andere Richtung genommen, die kleine Brücke war zuſammen⸗ gebrochen, und mit wüſtem Geſchrei lief jetzt Alles an dem Ufer ent⸗ lang, nach einem anderen Uebergang ſpähend. Weit ab wälzte ſich die Flucht.

Der Kaiſer ſtand allein und verlaſſen inmitten der Nacht auf ödem Feld.

Mit troſtloſem Schmerz blickte er empor zum Himmel und ſeine

Lippen flüſterten leiſe: jetzt könnt' ich ſterben! In dieſer Nacht des Schreckens könnte mein Leben ausglühen wie ein Licht, das man ins Waſſer wirft, und das ziſchend erliſcht! Oh, meine Seele iſt wund und todesmatt, alle meine Hoffnungen ſind zerſchmettert. Könnt' ich jetzt nicht ſterben? Liegt nicht mein Wagen da unten im Waſſer? Wer will's wiſſen, wer den Kaiſer da mit ſeinem Wagen hinab⸗ geſtürzt? Er ſchwieg und ſchaute ſinnend und ſchwermuthsvoll aufwärts. Nein, nein, rief er dann laut und mit mächtiger Stimme, nein, es iſt noch nicht Zeit zum Sterben! Ich will, ich darf, ich kann noch nicht ſterhen. Ich will nicht dahin gehen, verkannt und geſchmäht von meinem Volk! Ich muß noch leben, um mein Volk überzeugen zu können, das nur die feſte Begründung ſeines Glückes das einzige Ziel aller meiner Arbeiten und Mühen iſt!*)

Eben trat der Mond hinter zerriſſenen Wolken hervor und be⸗ leuchtete mit hellem Schein das Antlitz Joſeph's, dies traurige, bleiche, ſchmerzzuckende Antlitz.**)

Der Kaiſer! rief eine laute Stimme unſern von ihm. Der Kaiſer!

*) Des Kaiſers eigene Worte. Siche Hübner II. S. 488. **) Hübner. II. S. 475.

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